Freitag, 13. Dezember 2013

Advent, Advent - 3 Lichtlein brennen

Jetzt geht's im Sauseschritt auf Weihnachten zu, dem Fest der Liebe und des Schenkens. Von Liebe ist zwar frostig wenig zu spüren, eher von Panik. Weihnachten ist nunmal ein Brauchtum, das unser christliches Leben stark mitbestimmt. Nun ja, ich könnte ethisch korrekt auch anstelle "christliches Leben" auch "Einkaufsverhalten" sagen, nur damit man mir nicht mit Rassismus kommen kann. Wir Christen können ja nichts dafür, oder?

Natürlich, da gibt es noch diese Geschichte in der Bibel von den 3 Weisen, die ziemlich genau vor 2013 Jahren einer armen Zimmermannfamilie zur Geburt ihres Kindes Geschenke brachten. Die Weisen, die auch Magier des Osten genannt wurden, brachten Myrrhe, Weihrauch und Gold.

Aber, Achtung, jetzt kommt's: Schenken ist gar kein Brauchtum, das wir einzig und allein Weihnachten und somit der Bibel zuschreiben können. Schenken war schon vor 2500 Jahren, zur Zeiten des römischen Reiches "en vogue". Die Heiden haben damals zur Wintersonnenwende - wie könnte es anders sein, am 25. Dezember den Göttern Opfer gebracht. Die Römer haben auch zuuuufälligerweise genau am 25. Dezember zur Ehre ihres Gottes "Saturn" den armen Leuten Geschenke gemacht, nur um zu zeigen wie wohlhabend sie waren.



Schenken ist somit gar nichts Neues und entspringt auch nicht der Konsumindustrie. Der Schenk-Gedanke ist durch und durch löblich: Mit Schenken drückt man Hochachtung und Liebe für jemanden aus. Schenken ist die freiwillige Übertragung von Eigentum an einen anderen - ohne eine Gegenleistung zu verlangen wohlverstanden.

Also dann macht euch mal nicht so Stress mit dem Schenken. Schenkt bewusst und nur dem, dem ihr eure Dankbarkeit ausdrücken wollt.

Die Uni St. Gallen hat eh kürzlich herausgefunden, dass viele wunschlos glücklich sind und gar kein Geschenk wollen. Ein Grossteil der Befragten weiss nicht einmal, was sie sich wünschen könnten, so wunschlos glücklich sind sie.

Das finde ich ganz toll und ein grosser Dank und Applaus gebührt an dieser Stelle mal unseren Geldinstituten, die mit ihren selbstlosen Angeboten den Kunden jeden Wunsch erfüllen:

- Cashgate: Einfach sofort online beantragen
- Easycredit: Erfüllt ihnen jeden Wunsch
- Visa und das Leben läuft leichter
- Kundenkarten: Jetzt shoppen Ende Monat bezahlen
- Sofortkredit: Sich umgehend jeden Wunsch erfüllen
- Konsumkredit: Jetzt haben - später zahlen
- Null-Prozent-Finanzierung
- Lease-now, Credit-now
- usw.

Ja da stellt sich mir doch die Frage: "Warum soll ich mir noch was wünschen, wenn ich es mir sofort besorgen kann"? Über das Bezahlen mach ich mir nach Weihnachten Gedanken. Übrigens: Mehr als ein Drittel der Schweizer hat derzeit eine Konsumfinanzierung am Laufen.

Ich verschenke zu Weihnachten nur noch Gutscheine für eine Ratenamortisation.


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus

Freitag, 29. November 2013

Vitamin D und alles wird gut

Also dieser Blogg hier ist kein Arzneimittel und ihr müsst nicht die Packungsbeilage lesen oder zum Arzt rennen. Einfach locker und gut drauf bleiben.

Wie ihr alle wisst, sind Vitamine etwas ganz Wichtiges und Gutes für die Gesundheit. Das muss so auch so sein, mindestens seit auf allen Lebensmitteldeklarationen immer ganz prominent der Vitamingehalt aufgedruckt ist und Mama beim Essen immer gesagt hat: "Schön aufessen mein Junge, da sind ganz viel Vitamine drin damit Du gross und stark wirst"! Gross bin ich geworden, stark leider nicht. Es waren wohl zuwenig Vitamine drin.

Eine Langzeitstudie des "Copenhagen Universtiy Hospital" über 29 Jahre hinweg und 10'170 Probanden (heisst Teilnehmer) hat ergeben, dass wenn man einen hohen Spiegel an Vitamin D hat, eine 81% geringere Chance besteht aufgrund eines tödlichen Herzinfarktes, die Harfe zu fassen. Das ist mal eine gute Nachricht.

Aber Vitamin D kann noch viel mehr. Wer einen genügend hohen Vitamin D Spiegel hat, der verbessert zum Beispiel seine Chance echt gut, nicht an Multiple Sklerose, Morbus Crohn eine chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Osteoporose, Diabetes oder Hautflechten zu bekommen.

Nun wichtig zu wissen ist: "Wie kommt eigentlich das Vitamin D in unseren Körper"? Über die Nahrung kann man davon nie genug bekommen. Man müsste nämlich täglich ungefähr 2kg Lachs essen oder ca. 300 Liter Vollmilch trinken - na dann Prost.

Aber die Natur ist genial und hat auf alles eine Antwort. Unsere Haut produziert nämlich mittels lichtinduzierter Synthese, also durch Sonnenbestrahlung, täglich zwischen 250 bis 500 µg (Mikrogramm also Tausendstellgramm) Vitamin D. Also unser Körper stellt das Vitamin D selbst her. Das ist eine grosse Besonderheit, denn definitionsgemäss sind Vitamine Substanzen, die der Körper selbst nicht herstellen kann, aber zum Leben benötigt werden und daher zugeführt werden müssen. Eigentlich ist somit das Vitamin D gar kein Vitamin sondern ein "Prohormon".



Das Deprimierende
Vitamin D Mangel führt zu einem höheren Depressions-Risiko. Fazit: Der Lichtmangel im Winter verhindert eine genügende Vitamin D Produktion. Gerade jetzt wenn die Tage kürzer sind, oft Nebel den Himmel verdeckt und wir bis zur Nasenspitze unsere Haut mit dicken Kleiderschichten verdecken ist das besonders extrem. Ja genau, gut gemerkt: Von nun an könnt ihr dem mangelnden Sonnenlicht die Schuld geben wenn ihr mürrisch, depressiv, launisch oder sonst unausstehlich seid. Also, gleich mal 2-3 Vitamin D Tabletten einschmeissen.

Die Rettung
Noch besser ist Vitamin D in flüssiger Form einzunehmen. Täglich 1-2 Tropfen und Dir scheint die Sonne aus dem Herzen. Also immer dran denken, wenn man mies drauf ist: Raus an die frische Luft, ins Solarium oder eine kleine Schocktherapie mit Vitamin D.

Ab heute gilt folgendes: 

Nicht mehr fragen "Wie geht's"? sondern "Hast Du Dein Vitamin D schon gehabt"?


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus

Montag, 25. November 2013

Sissi ist schuld

Endlich kommt der Sommer und damit die lauen Sommernächte. Für die meisten von uns ist damit Strandfeeling, Grillparty und savoir-vivre angesagt. Aber dann gibt es da noch die Sissis.

Und für die Sissis muss dann an so einem Prachtswochenende einfach alles Stimmen: Wetter, Kleidergrösse, Monatszyklus, Sternekonstellation, Freunde, Partyservice und natürlich die rührselige Predigt des Pfarrers. 


Ja ihr ahnt es:  Die Rede ist vom Heiraten, vom Bund für’s Leben. Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden. Schön gibt’s noch Paar, die den Mut haben den Bunde für’s Leben zu schliessen. Wobei auch das sollte man mal überdenken. Ich mache das mal für Euch:

Früher, als man das Heiraten erfunden hatte und vor den Altar trat, da wurde der Durchschnittsmensch gerade mal 40 Jahre alt. Also war man im Schnitt knackige 20 Jahre verheiratet. Da konnte man locker das Ehegelübte abgeben – dauerte ja nicht so lange bis zur eigenen Beerdigung. Heute wird man im Schnitt gegen 75 Jahre alt. Also kein Wunder nimmt man sich im Laufe dieser Zeit einen 2. oder auch 3. Ehepartner. Also ich will euch nicht entmutigen...

Alles muss perfekt sein für DEN Tag. Da bereitet man sich schon mal locker ein Jahr lang drauf vor. Es gibt schliesslich Wartelisten bei den Kapellen. So eine Hochzeit ist ein Projekt und die Beziehung wird da schon auch mal auf die Probe gestellt. Bei so vielen wichtigen Entscheidungen wie: Sollen wir die Cousine der Schwester meiner Mutter auch einladen? Sollen wir Opa neben die Tür setzen, der hat’s doch mit der Blase? Basteln wir die Tischkärtchen selber oder kaufen wir sie lieber? ...  




Aber nun kommt die Frage der Fragen: Wer ist bei den Hochzeitsvorbereitungen jeweils die treibende Kraft – Genau, die Frau! Und wer ist Schuld daran – Sissi! Dieser Film liegt in den Genen jeder Frau. Einmal heiraten wie Sissi – das ist spielen wie mit Barbies. Hätte es doch den Sissi Film von 1955 nie gegeben. Dann würde heute geheiratet, zack bumm, geile Party, viel Alkohol und fertig. Aber dieses ganze Brimborium um das Heiraten herum... Frauen: Wir lieben Euch auch so.

Freitag, 22. November 2013

Welttoilettentag

Am 19. November war Welttoilettentag - Ja, auch das gibt's und wir wurden informiert, dass jährlich mehr als 800'000 Menschen weltweit infolge von Durchfall sterben. Diese Durchfallerkrankungen rühren sehr oft daher, dass die Menschen ihre Notdurft unter freiem Himmel verrichten mussten und nicht auf einer sauberen Toilette.

Holy Shit -  das ist sehr, sehr tragisch. Das ist furchtbar. Echt versch...

Aber weder Ban Ki Moon noch sonst jemand bei der UN oder der WHO hat die Konsequenz von schönen, reinen, blank polierten Toiletten in ihre Milchbüechli-Rechnung einbezogen. Wie immer bleibt mir nichts anderes übrig, als dies für Euch zu tun. Nun kommt sie, die erschütternde und ungeschminkte Wahrheit, ungefiltert von vierlagigem Klopapier:

Also folgende Zahlen habe ich mal recherchiert - und die sind wirklich wahr:

Mehr als 2,6 Milliarden Menschen leben laut den Vereinten Nationen ohne eine ausreichende Sanitärversorgung. Betroffen sind vor allem Arme auf dem Land und Bewohner von Slums in Städten. Viele müssen ihre Notdurft ungeschützt im Freien verrichten - so gelangen Fäkalien ungehindert ins Wasser. Also Folge davon sterben wie erwähnt mehr als 800'000 Menschen. Das ist erschütternd!


Aber wisst ihr auch, wo sich die meisten tödlichen Freizeitunfälle ereignen? Nein?
Dann passt mal ganz gut auf, wenn ihr das nächste Mal auf die Toilette geht.
Die meisten tödlichen Unfälle ereignen sich durch stolpern und ausrutschen im Badezimmern! Voilà, jetzt wisst ihr's!

In Österreich sterben zum Beispiel täglich 5 Senioren an der Folge von Unfällen im Badezimmer.

Weltweit sind das jährlich 540'000 Menschen die infolge eines Sturzes sterben und die meisten Stürze ereignen sich im keimfreien Badezimmer. Eigentlich tragisch, denn hätte man sich entschlossen, sein Häufchen im Garten hinterm Baum zu machen, wäre das nicht passiert.

Hätte nun die gesamte Weltbevölkerung, also 7 Milliarden Menschen, Zugang zu sauberen Toiletten mit Meister Proper-Finish, dann würden rein rechnerisch 859'000 Menschen infolge Ausrutschen im Badezimmer sterben.

Also nun frage ich Euch: Was ist schlimmer?

800'000 Mitmenschen die infolge einer Durchfallerkrankung sterben oder
859'000 ahnungslose Bürger die tragischerweise durch Ausrutschen im Badezimmer sterben? Häää??

Okay, sich eine Durchfallerkrankung zu holen, weil man hinter den falschen Baum gesch… hat, das ist echt nicht lustig.
Aber ahnungslos auf dem Gang zur Toilette ausrutschen und sterben, dass ist noch furchtbarer.

Die Schlussfolgerung: Absolut gesehen kommen mehr Menschen beim Gang auf die saubere Toilette ums Leben als beim Schiss hinterm Busch.

Liebe WHO, ich sehe da Handlungsbedarf!

Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus

Freitag, 15. November 2013

Was kostet ein Adventskalender?


Ohje, da wird wieder mal viel Lärm um Nichts gemacht. Ja, im wahrsten Sinne des Wortes. Ein riesen Tamtam und Geschrei um unsere eigene Faulheit und Dummheit. Es geht mal wieder im Sauseschritt auf die, ach so seelige, Gnadenbringende Weihnachtszeit zu. Ausgerechnet immer dann neigt der Mensch zu unerklärlichen Stress- und Gerechtigkeitssymptomen.

Empörte Eltern, Gotten und Göttis wenden sich an die Konsumentenschützer und an Verbraucherorganisationen und plärren ihnen die Ohren wegen Betrug und Ungerechtigkeit vor, wegen ungerechtfertigter Bereicherung, Abzockerei und Mogelpackungen. Da haben doch die ganz gewieften Konsumenten herausgefunden, dass bei einem Adventskalender mit Schokolade, die Schokolade mehr als doppelt so teuer ist, was sie normalerweise kosten würde. Dafür bekommt man aber auch 24 Türchen.

Ja richtig, das ist eine völlig unchristliche Abzockerei - aber mal ehrlich: Was hat Weihnachten im Jahre 2013 noch mit Christlichkeit und dem Fest der Liebe gemeinsam? Hallo, wir sind im Jahre 2013 dem Zeitalter der Marktwirtschaft und des Kapitalismus, des Stresses, des "Habe keine Zeit", der Kinderhorte und der selbstgekauften Weihnachtsgeschenke.



Tja, wenn man nun mal zuwenig Zeit hat oder zuwenig Liebe empfindet einen "härzig, süssen Adventskalender" für sein Kind zu basteln, dann nimmt man Geld in die Hand und bezahlt für diese Faulheit. Oder anders ausgedrückt: Mir ist es Wert, einen überteuerten Adventskalender mit 24 Türchen und Schokolade dahinter, im Laden zu kaufen. Dafür habe ich Zeit und Nerven gespart. Für diesen Vorteil blättere ich halt eine Stange Geld hin. Ohne zu murren bitte.

Wenn es mir aber wertvoller erscheint meinem Kind, Göttibueb oder Meitschi einen Kalender zu basteln dann tue ich das. Dafür kann ich auch selbst aussuchen welche Zutaten ich nehme und was ich dafür ausgebe. Ausser ein bisschen Bastelutensilien braucht es nur etwas Fantasie, Zeit und Liebe - aber wer hat das schon?

Also nicht murren und entweder basteln oder Adventskalender kaufen und sorgenfrei leben.



Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche

Euer Flaschengeist
Markus

Freitag, 8. November 2013

12 : 1 aber sofort!

Im Prinzip verstösst es gegen meine ethischen Regeln diesen Newsletter als politisches Blasinstrument zu missbrauchen. Aber pahh, was hat Politik schon mit Ethik gemeinsam? Darum posaune ich es hier offen und ehrlich heraus:

Her mit der 1:12 Initiative. Ich will sie!

Warum?

Weil ich dann verdammt noch mal das Recht hätte, 12 x mehr zu verdienen, als der Mitarbeiter mit dem geringsten Lohn = 12 : 1. Cool, ab Dezember hätte ich somit einen Lohn von sage und schreibe 48'000.00 Schwiizer Fränkli! Da sag ich nur: "Schrei vor Glück"!

Für mich als simplen Flaschengeist ist der Umkehrschluss nur logisch - Nein, ich fordere ihn sogar: Wenn schon die Topsaläre der Topmanager der Topfirmen kontrolliert werden und maximal 12 x so hoch sein dürfen, wie die des kleinsten Mitarbeiters, dann muss ja wohl auch sichergestellt werden, dass der Chef einer kleinen KMU mindestens 12 x mehr als sein Mitarbeiter verdient. Voilà!



Wie das? Nichts einfacher als das.

Also wenn nun am 24. November 2013 die 1:12 Initiative angenommen wird und Bitte: stimmt JA, ich will schliesslich 48'000 Franken Lohn, dann hätte das eine Änderung der Schweizer Bundesverfassung zur Folge.

Das Parlament müsste dann das OR - Obligationenrecht anpassen. Das OR regelt das Privatrecht wie auch Gesellschaftsrecht und Arbeitsvertrag in der Schweiz. Ein Missachtung des OR hätte dann eine Strafverfolgung gemäss Strafgesetzbuch zur Folge. Im Strafgesetzbuch würde geregelt, wie hoch die Strafe für eine überrissene Lohnzahlung wäre:

Also wenn nun die Firma X statt einen Lohn von maximal 1:12 einen Lohn von 1:50 ausbezahlt, dann wäre das beim Mindestlohn von 4'000 Franken für den Topmanager 200'000 Franken Monatslohn. Das wäre gemäss Strafgesetzbuch ein krasses Verbrechen und die Firma X würde sehr empfindlich bestraft werden. Die Busse müsste mindestens 1 Million Franken im Monat sein. Sonst würde die Firma X die Busse einfach mit dem Portokässeli bezahlen und alle würden sich ins Fäustchen lachen.

Wie immer streicht dann die Bundeskasse diese Bussen ein. Die Bundeskasse würde schon sehr bald im Geld schwimmen und nicht mehr wissen wohin damit. Man könnte mit diesen Bussgeldern zum Beispiel die Steuern das armen Mannes kürzen oder eben  - und dafür setze ich mich ein: Den tapferen KMU-Managern einen Mindestlohn von 12:1 finanzieren. Also der Bund bezahlt den KMU Betrieben - und übrigens: Die KMU Betriebe sind das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft - die Lohndifferenz für den Scheff!

Also bitte Initiative annehmen, damit die Chefs der KMUs endlich einen gerechten Lohn für ihre harte Arbeit bekommen und 12 x mehr als ihre Mitarbeiter verdienen.


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche

Euer Flaschengeist
Markus

Freitag, 1. November 2013

Ich flüchte

Da sehe ich Schwarz, Rabenschwarz. Nein, stimmt nicht ganz. Grundsätzlich bin ich ja ein positiv denkender Mensch und müsste sagen: "Boahhh, wie geil ist denn das? Da freue ich mich aber, hoffentlich geht es besser schon heute als morgen los!"

Man muss sich nur mal kurz überlegen, was so ein Entscheid für Türen öffnen würde. Wahnsinn, da gäbe es Möglichkeiten ohne Ende. Der Fantasie wären keine Grenzen mehr gesetzt.

Wie gesagt: Ich bin ein positiv denkender Mensch obwohl das Thema ganz und gar nicht lustig ist. Unsere Klima verändert sich unaufhaltsam, Naturkatastrophen sind an der Tagesordnung. Wir alle sind davon betroffen. Nach neusten Berechnungen des Weltklimarates soll es in 70 Jahren in der Schweiz keinen einzigen Gletscher mehr geben, in 50 Jahren wird der Meeresspiegel um 80 cm gestiegen sein und somit würden auf der Landkarte Holland, die Malediven, Venedig, Tuvalu, Nauru, Fidschi, Salomonen, Kiribati fehlen. Ganze Inselstaaten werden fehlen mitsamt ihren Bewohnern. Nein, das ist nicht lustig. Das ist eine ganz ernste Angelegenheit.

Weil diesen Menschen ihre Lebensgrundlage - Grundlage im wahrsten Sinne des Wortes - entzogen wird, werden sie zu sogenannten Klimaflüchtlingen. Toll, wenn das Schule machen würde, das jemand weil ihm die Lebensgrundlage entzogen wird, in einem anderen Land Asyl beantragen kann, dann, Wow, dann mach ich das auch!



Dazu kommen mir Tausend Gründe in den Sinn, Hipp Hipp Hurra! Also ich werde in irgend einem schönen Land Asyl beantragen, weil es in 50 Jahren in der Schweiz:

  • nur noch Staus gibt
  • die AHV Pleite ist
  • die IV Pleite ist
  • die Steuern zu hoch sind
  • die Altersheime überfüllt sind
  • nur noch Bullshit Staffeln im TV gesendet werden
  • keine Nachtclubs mehr gibt
  • zuviele Gesetze gibt
  • Elektrosmog mich zur Flucht zwingt
  • nur noch dicke Menschen rumlaufen
  • keine Flugzeuge mehr in Zürich landen dürfen
  • eine neue annerkannte Religionsgemeinschaft namens Facebook geben wird
  • nur noch Nahrungsergänzungsmittel zu essen geben wird
Die Liste könnte beliebig fortgesetzt werden. Ganz nach dem Motto: Denk dir was nettes aus und beantrage Asyl.

Ich weiss schon wohin ich in 50 Jahren flüchten werde: Ich werde in eine kleine gemütliche Holzkiste flüchten, weil es vor lauter Flüchtlingen keinen Platz mehr für mich hat. Und weil wohl meine Zeit um sein wird.


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus


Freitag, 25. Oktober 2013

Grosse Ohren

Es gibt genügend Comedians und Satiriker, die sich mit unseren Politikern beschäftigen. Comedians und Satiriker haben die Fähigkeit kleine, feine Eigenheiten eines Politikers herauszuschälen und dann masslos zu verzerren und auf die Spitze zu treiben. Sie trampeln auf deren Eigenarten herum wie eine brünftig gewordene Kuhherde auf einer Frühlingsweide.

Genau, dafür gibt es die Comedians und Satiriker. Dazu braucht es nicht mich. Da würde kein Mensch lachen, die würden höchstens erstaunt oder gar fassungslos dasitzen und fragen: "Was soll das?"

Genau das frage ich mich auch: "Was soll das?" Was soll das Theater um den Abhörskandal? Wow unglaublich, da bin ich aber ausserordentlich erstaunt. Unsere Politiker werden bespitzelt und abgehört? Ne, das konnte ich nicht ahnen. Die arme Angela Merkel und Ueli Maurer, die Beiden sollen Lauschangriffen zum Opfer gefallen sein.



Jetzt mal ehrlich: "Was um Himmels willen, will da die USA belauschen? Die grossen Ohren der Amis hören Politikern zu. Politikern aus dem reichen, trägen, faulen, verzankten, sich blockierenden, innovations-verhindernden, konsens-suchenden, profillosen Europa. Natürlich hören sie auch Nordkorea, Iran oder Syrien ab. Das wiederum wird um ein vielfaches spannender und für die "nationale Sicherheit" relevanter sein.

Was hören wohl die NSA wenn Sie Angela Merkel oder Ueli Maurer belauschen??

  • äh, ehm, da muss ich mich mit meinen Ratskollegen beraten ...
  • äh, das ist eine Interessante Frage, eine Antwort darauf habe ich leider auch nicht …
  • äh, wir, und damit meine ich wir alle, müssen enger zusammenstehen …
  • äh das ist nicht so einfach ...
  • äh, ich sage in aller Klarheit, das ist zur Zeit noch unklar …
  • äh, ich meine, die andern müssten mal ihre Meinung ändern …
  • äh, ich neige zur Antwort …
  • äh, ich komme gerne auf ihre Frage zurück, aber lassen sie mich zunächst sagen ...
  • äh, die Politikerlöhne sind zu tief …
  • äh, lassen sie mich nur noch einen Satz sagen …
Äh ja, da können die NSA solange abhören wie sie wollen - da wird nichts Schlaues rauskommen. Nichts was wir eh schon lange wissen. Besser sie hören zwei Hausfrauen ab, die sich über ihre Wunderkinder unterhalten. Die reden auch ohne Punkt und Komma und sagen auch nichts intelligentes - aber: Es ist lustig!

Reden wir drüber!


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche

Euer Flaschengeist
Markus

Freitag, 18. Oktober 2013

Knapp einer Katastrophe entkommen

Gott sei Dank! Auch Allah sei Dank und Hare Krishna, Jehova, Mammon, Manitou und wie sie alle heissen, sei auch Tausend Dank. Ein riesiges Dankeschön an diese glücksbringenden Lichtgestalten, die ihre Hand schützend über uns gehalten haben. "Vergelt's Gott" Allah, Hare Krishna, ähhh nun ist genug.

Solothurn ist einer Katastrophe gerade eben knapp entkommen. Wir sind sozusagen in letzter Sekunde dem Teufel vom Wagen gefallen. Ufff!! Das hätte ins Auge gehen können, ganz ganz schlimm, ganz böse.

Nein, ich rede jetzt nicht von der "Einigung in letzter Sekunde" bei der amerikanischen Zahlungsunfähigkeit. Sicherlich, das wäre auch schlimm gewesen und viele Leute hätten auch hierzulande verhungern müssen, weil McDonald's hätte schliessen müssen, Nein, ich rede von einer verheerenden Umweltkatastrophe wie sie Solothurn noch nie gesehen hat.

Kaum einer hat's gemerkt. Das ist auch definitiv besser so. Sonst hätte es wohl nur eine Massenpanik gegeben und das ist bekanntermassen noch schlimmer. So haben wir alle den Schlaf der gerechten geschlafen und nichts gespürt. Zur Zeit sind die Gemeindearbeiter daran, klammheimlich die Schäden zu beseitigen. Bloss nicht die Bevölkerung beunruhigen. Obwohl im Grunde jeder aufmerksame Bürger die verräterischen Zeichen erkennen könnte, scheint es niemandem ausser mir aufgefallen zu sein. Ist auch besser so.

Stellt euch vor die "St. Ursen-Verwerfung" hätte genauso gerumpelt wie anno 1906 die "San-Andreas-Verwerfung"!!

Beim verheerenden Erdbeben von 1906 haben sich in San Francisco die Pazifische- und die Nordamerikanisch-Platte gegeneinander verschoben. Damals sind mehr als 3'000 Menschen ums Leben gekommen und halb San Francisco ist abgebrannt. Noch heute verschieben sich diese beiden Platten um 6cm - jährlich!


Tja, und genau das passiert in Solothurn. Denn Solothurn liegt exakt auf der "St. Ursen-Verwerfung". Bei uns auch fälschlicherweise "St. Ursengraben" genannt (nun wisst ihr auch woher unsere Stadt ihren Namen hat). Und genau diese St. Ursen-Verwerfung ist in Bewegung. Und niemand merkt was davon. Was sind schon 6cm pro Jahr? Aber ich schätze, es sind wohl eher 30cm jährlich. Wie gesagt: Die Gemeindearbeiter sind klammheimlich am Sanieren der Schäden damit keine Panik entsteht. Überzeugt euch selbst, es sind noch nicht alle Spuren beseitigt.


Habt ihr euch noch nie gefragt, weshalb die St. Ursenkathedrale nur einen Turm hat? Ja, warum wohl heisst die St. Ursenkathedrale, St. Ursenkathedrale? Weil ein Turm bereits in diesen St. Ursengraben gefallen ist. Rechnet selbst nach: 30cm Verschiebung pro Jahr. Das macht 75 Meter in 250 Jahren. So alt ist nämlich die St. Ursenkathedrale. Also in einen Graben von 75 Meter passt schon ganz schön viel. Etwas Gutes hat es wenigstens: Die Stadt Solothurn ist mindestens um einen Quadratkilometer in den letzten 250 Jahren gewachsen. Das bedeutet mehr Raum für Menschen, Ideen und den freien Geist.

Macht was draus, ich kann mich nicht um alles kümmern.

Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus

Freitag, 11. Oktober 2013

Stadt adé

Da haben wir es mal wieder auf dem Tapet. Diese Forderung kommt mit der Regelmässigkeit der Menstruation einer Frau und ist notabene genauso unpassend und schwer zu verstehen.

Die Rede ist von der Wiedereinführung der Polizeistunde in Städten.


Es ist noch gar nicht lange her, da haben wir uns von Gessler und seinen Schergen befreit. Erfolgreich haben wir damals gegen die Unterjochung und das Diktat angekämpft. Offensichtlich geht es heute der Politik wieder mal zu gut und es erspriessen diktatorische Gedanken "zum Wohle der Allgemeinheit". Okay, kein Problem, Gedanken sind ja bekanntlich frei.

Dann machen wir uns mal Gedanken zum Thema: Sperrstunde um 1 Uhr in Städten:


Was ist überhaupt eine Stadt? Per Definition ist eine Stadt ein grössere, zentralisierte und abgegrenzte Siedlung mit eigener Kultur.

Nun wenn man sich über die Entwicklung der Städte etwas Gedanken macht, erkennt man auch Sinn und Funktion einer Stadt: In einer Stadt erhält man zentralisiert alles, was in den weit verstreuten Dörfern keinen Sinn macht, oder nicht rentabel ist. Und das ist noch heute so: Man geht in die Stadt weil man dort auf engstem Raum alles erhält: Einkäufe, Arztbesuche, Theater und Gesellschaftsanlässe.

Städte haben eine Zentrumsfunktion. Eine interessante Stadt lockt Touristen an aus nah und fern. Damit meine ich auch uns selbst. Wir gehen in die Stadt weil wir dort finden, was uns im Dorf immer mehr fehlt: Abwechslung!

Und so war es schon immer. Es macht keinen Sinn, das jedes Dorf Theater, Museen, Schulen oder Weiterbildungsmöglichkeiten, verschiedene Restaurants oder Lokale anbietet. Dafür wird auch ein Kulturausgleich bezahlt. Die Dörfer bezahlen der Stadt einen Ausgleich für ein abwechslungsreiches kulturelles Angebot!

So, nur schon deshalb geht es gar nicht, dass eine Stadt eigenmächtig die Öffnungszeiten festlegen will. Da haben die mitfinanzierenden Dörfer ein gewaltiges Wörtchen mitzureden.




Nun, was macht eine interessante Stadt aus? Eine interessante Stadt beherbergt verschiedene Kulturen: Die Offensichtlichen und die weniger Offensichtlichen - die Subkulturen. Aus Mainstream wird kaum etwas Neues entstehen - aus Subkulturen schon. Subkulturen sind die Avantgarde - sind der Zeit voraus. Im täglichen Leben nehmen wir das kaum wahr. Zu laut ist der Alltag, zu dominierend sind die Routinen. Aber in unserer Freizeit sind wir alle etwas avantgardistisch und wollen ausbrechen, wollen raus aus der Routine. Wir gehen auf Reisen und wollen entdecken was wir zuhause nicht haben. Abends wollen wir raus auf die Gasse, uns treiben lassen und eine Freiheit geniessen, die wir am Arbeitsplatz nicht haben. Dort steht nämlich eine Stempeluhr, die uns diktiert wann wir anfangen und aufhören müssen. Genau das wollen wir in unserer Freizeit nicht. Es kann nicht angehen, dass der Staat oder die Stadt vorschreibt, wann die Freizeit aufzuhören hat. Mündige Menschen müssen darüber selbst bestimmen dürfen.



Eine Sperrstunde um 1 Uhr in Städten würde seltsame Früchte tragen. Plötzlich würde das Kulturangebot ins Dorf nebenan abwandern und es würden Wildwüchse entstehen, die ein Dorf nicht bewältigen kann. Warum? Weil ein Dorf dafür keine Struktur hat. Konsequenterweise müsste ein Dorf die nötigen Strukturen und Ressourcen (Infrastruktur, Parkplätze, öffentlichen Verkehr, Behördenapparat etc) dafür aufbauen - was wäre ein Dorf dann? Eine Stadt! Und somit schliesst sich der Kreis. Nur das bei diesem Sturm im Wasserglas extrem viel aus dem Kreis geschleudert, und niemand dafür die Verantwortung übernehmen würde.

Deshalb liebe Städte: Pflegt Eure Kulturen und Subkulturen, passt sie den neuen Bedürfnissen an. Wir leben nicht mehr im 18. Jahrhundert. Inzwischen haben wir über 8 Millionen Menschen in der Schweiz mit vielfältigen kulturellen Hintergründen. Wir können es uns nicht leisten, zu Mauern und sagen, die Städte seien zum Schlafen da. Städte sind zum Leben da. Wer schlafen will soll aufs Land!

ELEVEN - Kultur in Solothurn


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus

Freitag, 4. Oktober 2013

FOMO

Wir begegnen ihnen auf Schritt und Tritt, auf der Strasse, im Zug, an der Bushaltestelle, im Club, ja sie sitzen uns sogar am Tisch vis-à-vis oder noch schlimmer, stehen mit uns an der Bar in einem angeregten Gespräch.

Aber irgend etwas stimmt mit denen nicht. Sie verhalten sich auffällig und unnormal, haben komische Zuckungen. Oft habe ich das Gefühl da einem Spasti begegnet zu sein. Ja so einer, der seine Gliedmassen nicht unter Kontrolle hat und ständig unkontrollierte Armbewegungen macht. Beinahe panische Reaktionen zeigt, um dann mit einem glückseligen Lächeln für ein paar Sekunden zu entspannen, bevor das Spiel von vorne beginnt.

Genau, ich rede von der schlimmen, schlimmen Krankheit die sich FOMO nennt. Aber Achtung, bitte aufpassen jetzt: Menschen mit FOMO sind auch Menschen, so wie Du und ich und ihnen gehört der nötige Respekt gezollt! Schliesslich kann die Krankheit jeden von uns treffen. Dich und mich mit eingeschlossen. Hoffen wir nur, dass wir dieser Pandemie entkommen.

FOMO (Fear Of Missing Out) oder auf gut Deutsch damit es alle Verstehen: "Die Angst etwas zu verpassen". Diese Krankheit hat seit Facebook, Whatsapp, Twitter und Co. seuchenartige Ausmasse angenommen. Wir alle haben Freunde, die panisch alle 15 Sekunden ihr Smartphone zücken und drauf schauen. Und das völlig grundlos, einfach aus Angst etwas zu verpassen. Das nennt man soziale Angst. Das ist die zwanghafte Sorge, dass man eine Info oder eine Chance für eine soziale Interaktion verpasst. Oder das man eine neue Erfahrung oder eine lohnende Party nicht mit seinen Freunden teilen kann. Und das Ganze virtuell wohlverstanden. Also nicht in Echt, sondern nur auf dem Smartphone! Viele sind ja inzwischen so beschäftigt mit ihren Social Media-Accounts, dass sie das wahre Leben, die echte Party verpassen. Lieber chatten sie mit Freunden aus dem World Wide Web und merken nicht einmal, dass da noch ein echter Mensch aus Fleisch und Blut bei ihnen im Haushalt wohnt und auch etwas Aufmerksamkeit verdient hat.

Anscheinend ist es so, dass das Leben der Anderen auf Social Media stets besser ist als das eigene.




Frage Dich mal selbst, wie oft Du das Handy an einer echten, abgefahrenen Party in die Hand nimmst. Ausser vielleicht morgens um Fünf, wenn Du ein Taxi rufst, braucht es definitiv kein Handy. Wenn deine Kollegin, die mit Dir an der Party ist, mal eben aufs WC muss, brauchst Du ihr nicht gleich ein sms schreiben, oder Deinen Status posten, oder?

Also, wer nun Angst bekommt, er könne auch unter FOMO leiden, hier mal eine kleine, kurze Checkliste zur Selbst-Diagnose:

  • Ich habe Angst, die Erfahrungen anderer Menschen seien reichhaltiger und intensiver als meine.
  • Ich habe Angst, die Erfahrungen meiner Freunde seien reichhaltiger und intensiver als meine.
  • Wenn ich bemerke, dass meine Freunde Spass haben und ich bin nicht dabei, dann betrübt mich das.
  • Ich werde nervös, wenn ich nicht weiss, was meine Freunde gerade tun.
  • Es ist mir wichtig, die Witze zu verstehen, für die man eingeweiht sein muss.
  • Manchmal frage ich mich, ob ich zu viel Zeit damit verbringe, mich darum zu kümmern, was gerade läuft.
  • Wenn ich eine Gelegenheit verpasse, mich mit meinen Freunden zu treffen, stört mich das.
  • Wenn ich mit Freunden Spass habe, ist es mir wichtig, das anderen online mitzuteilen.
  • Wenn ich an einem geplanten Treffen mit Freunden nicht teilnehmen kann, stört mich das.
  • Wenn ich in die Ferien fahre, verfolge ich, was meine Freunde gleichzeitig tun.
Mein kleiner Tipp: Lass mal das Smartphone zu hause und interessier Dich intensiv für Deine Freunde die gerade mit Dir unterwegs sind.


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus

Freitag, 27. September 2013

Wir verblöden!

Liebe Treibende und Getriebenen

so, nun haben wir es Schwarz auf Weiss. Da hat ein Schweizer Forscherteam eine Hypothese wissenschaftlich untersucht, verifiziert und bestätigt.

Liebe Eltern, setzt euch erst mal hin, beruhigt euch und nehmt einen Schluck Kaffee. Die schlechte Nachricht ist nicht so einfach zu verdauen. Aber kommt mir ja nicht im Nachhinein und behauptet, ihr hättet es nicht schon längst gewusst.

Wenn es hilft, dann das noch zur Beruhigung: Es ist hier nicht die Rede von ihrem Kind, sondern von dem der Nachbarn. Und nein, an Menschen wurde die These noch nicht verifiziert - erst an Ratten. Aber macht euch nichts vor: Ihr ahnt es schon lange.

Wir alle ahnen, nein wissen es schon lange, schütteln tagtäglich den Kopf und fragen uns woran es bloss liegt, dass die Jugendlichen immer dümmer werden. Jetzt ist es raus - sie verblöden. Punkt.

Da liegt doch sofort die Frage auf der Hand, woran liegt das? Ist es:

- zuviel TV-Konsum??
- zuviel Gamen??
- die irreversible Smartphone-Sucht??
- Pornografie im Internet??
- mangelnde Bewegung??
- Kopfhörer in den Ohren??
- zuviel Party machen??

Nein, keine Angst, da kann ich Entwarnung geben. Daran liegt es definitiv nicht, dass die Jugendlichen immer dümmer werden.

Die Schuld dafür, dass sich die Hirnentwicklung verzögert, ist: Tätärätääää

Das Koffein!

Uhhh, jetzt stecken wir in einem echten Dilemma. Kaffee gilt als DAS Genussmittel schlechthin und wird vor allem wegen seiner anregenden Wirkung (Koffein) getrunken. Im Jahr sind das sage und schreibe 1056 Tassen pro Schweizer und Schweizerin! Wow, nicht schlecht. Damit sind wir auf Platz 3 weltweit. Aber der Koffeinkonsum hört ja nicht bei Kaffee auf. Da kommen sofort die, ach so geliebten Energy-Drinks hinzu. In der Schweiz werden jährlich weit mehr als 100 Millionen Dosen konsumiert, Tendenz stark steigend. Und in einer Dose ist Koffein von 2 schönen, starken Espresso. Koffein ist ein Muntermacher der ausserdem in Tee, Cola, Schokolade und vielen Täfeli steckt. Kein Wunder wird an den Wochenende auf den Schweizer Dancefloors durchgezappelt.



Die Forscher konnten Nachweisen, dass Koffein den Tiefschlaf vermindert (was jeder von uns bei Selbstversuchen schon längst herausgefunden hat - aber immerhin, die Forscher konnten es Nachweisen). Dadurch wird die Hirnentwicklung verzögert, der Reifungsprozess verlangsamt. Resultat: das Verhalten ändert sich. Kein Antrieb, keine Neugier, viele psychische Erkrankungen... Na dann Prost Mahlzeit liebe Jungendliche!

Jetzt wäre es aber zu einfach, nur den Jugendlichen die Schuld ins Glas zu schieben. Wie immer hängt das von der Erziehung ab - sprich vom Vorbild. Und das Vorbild beginnt schon bei der Schwangerschaft. Also liebe werdende Mütter, falls ihr gerade Schwanger seid und ein kleines "Glütschtli" nach Schokolade verspürt oder einen Kaffee braucht um in die Gänge zu kommen: Das Hirn eures ungeborenen Kindes konsumiert mit.

Gott sei Dank erzähle ich da nichts Neues - alles Binsenweisheiten und ihr habt es schon lange vor mir gewusst.

Also heute Abend trinke ich was gesundes. Ich gönne mir einen Rum/Cranberry. Ist gut für die Blase.


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche

Euer Flaschengeist
Markus

Dienstag, 24. September 2013

Life of Mö

Eigentlich, also prinzipiell, das heisst grundsätzlich, schreibe ich nie etwas über mich in diesem Newsletter. Der Newsletter ist auch keine versteckte Hausaufgabe von meinem Psychotherapeuten - das hat er mir jedenfalls mal gesagt. Und Tagebuch schreiben hab ich eh nie gemocht.

Nun gut, Regeln sind bekanntlich dazu da, sie zu brechen, respektive Ausnahmen zu machen. Und weil ich heute Geburtstag habe (also wenn ihr das lest, und ich weiss ja nicht wann ihr es lest: Geburtstag habe ich gemäss meiner geliebten Mutter, jedes Jahr immer am 5. September) mache ich mal eine Ausnahme.

Die Geschichte die ich euch erzähle, ist so fantastisch, sie könnte direkt von Pandora stammen. Also dem Heimatplaneten der Na'vi. Für alle die in Nordkorea aufwuchsen und nie in einem Kino waren: es handelt sich um den Science Fiction Film namens "Avatar".

Also: Zur Zeit bin ich rund um Sardinien und Korsika am Segeln. Aber das interessiert euch eh nicht. By the way: Segeln ist fantastisch. Es ist etwas für Körper und Geist. Vor allem wenn man nicht in den geld- und testosteronstrotzenden Häfen vor Anker geht, sondern in verträumten, einsamen Buchten.

In einem Anflug von Melancholie gingen wir in der Bucht von "Figari" für die Nacht vor Anker. Herrlich: Bilderbuch Sonnenuntergang, ein feines Essen und gute korsische Weine, die mit jedem Schluck besser wurden. Nachdem ich den dazugehörenden Abwasch gemacht hatte, bekam ich Lust (nein, wir sind nur Männer auf dem Boot) auf einen Mitternachtsschwumm in der Bucht. Ja und nun glaubt es oder glaubt es nicht: Ich dachte immer der Film "Life of Pi" sei  Science Fiction. Aber als ich mutig in das rabenschwarze Meer tauchte, blieb mir beinahe das Herz vor Unglaube stehen und ich wurde eines viel, viel Besseren belehrt: Mit jeder Schwimmbewegung begann das Wasser um mich herum zu leuchten. Ich glitt durch das Wasser wie durch Sternenstaub. Das Wasser, das ich durch meine Schwimmbewegungen berührte, fing völlig surreal an zu leuchten und zu glühen. Wahnsinn, total ausserirdisch, wie nicht von dieser Welt.



Bei diesem seltenen Phänomen handelt es sich um leuchtendes Plankton. Bei Berührung produzieren diese Einzeller, mit dem wunderschönen Namen "Noctiluca milaris", ein intensives fluoreszierendes Licht. Dieses Licht erzeugen sie, um ihre Feinde zu verwirren. Ich finde: Eine wunderschöne, friedliche Art seine Angst auszudrücken.

Für mich eines der schönsten Erlebnisse in meinem kurzen Leben.

Peace!

Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche

Euer Flaschengeist
Markus

Freitag, 20. September 2013

Schildbürger

Da haben wir es mal wieder schwarz auf weiss: Schildbürger sterben nie aus, respektive die Gilde der Verkehrsplaner gibt es noch immer.

Ja, wir alle wissen es: Der Verkehr auf der Bahnhofkreuzung in Solothurn ist alles andere als optimal, um nicht zu sagen die Situation ist nervig. Nun, nicht alle wussten es. Damit sich auch die Gilde der Verkehrsplaner von der desolaten Verkehrsführung überzeugen liess, musste sie erst eine Verkehrszählung durchführen. Die war notabene vor 3 Jahren.



Die Verkehrsplaner benötigten 3 Jahre um, in ihren mit Watte ausgeschlagenen Büros, die Daten zu verdauen und einsinken zu lassen. Schön abgeschottet von der Realität und dem täglichen Verkehr.

3 Jahre waren nötig und es wird noch ein weiteres Jahr vergehen bis sie, mit stolz gewölbter Brust, mit der "Optimierung" beginnen werden.

Optimierung?? Wenn ein Verkehrsplaner von Optimierung redet, dann ist damit ein mit Blattgold verzierter Schildbürgerstreich garantiert.

Man erinnert sich vielleicht noch in Solothurn.
Es führten einmal 2 Brücken über die Aare. Dann wurde optimiert und eine 3. Brücke gebaut - die Westtangente. Dafür aber wurde eine Brücke für den öffentlichen Verkehr dicht gemacht. Also man rechne mit:

2 + 1 = 3 - 1 = 2!

Fazit: Wir haben noch immer 2 Brücken dafür aber mehr Verkehr. Bravo!

Nun zur Bahnhofkreuzung. Dort ist die Situation sehr kompliziert und für mich ist das hohe Mathematik. Ich habe zwar auch 9 Jahre obligatorische Schulzeit absolviert, war aber 6 mal in der 3. Klasse.

Also alle mal mitrechnen, mir ist es zu hoch. Ein einfacher Dreisatz:

Heute
2 Autospuren biegen nach Links ab. Die Ampel zeigte 12 Sekunden grün.

Nach der Optimierung
1 Autospur biegt nach Links ab. Die Ampel zeigt 17 Sekunden grün.

Keine Ahnung? Ich auch nicht. Aber die Lösung wäre vielleicht allen Autofahrer ein Upgrade zu einem schnelleren Auto mit automatischer Rennkupplung zu schenken.

Egal - Alles Schildbürgerzeugs und der Steuerzahler bezahlts brav.

Ach wie schön waren die Zeiten, als der Bahnhofplatz eine Baustelle war, das Bipperlisi von der provisorischen Haltestelle aus losfahren musste und den Bahnhofplatz ein Kreisel schmückte. Da flutschte der Verkehr nur so. Ausserdem war der Platz um einiges schöner und lebhafter als heute der traurig, grau zubetonierte Bahnhof- und Begegnungsplatz. Keine Grünfläche, kein Baum nichts. Doch, ja genau - da werden neuerdings andernorts so grüne Flächen auf den Boden zur Verkehrsberuhigung aufgemalt. Das wär doch auch mal eine Idee.

Liebe Schildbürger, macht was draus. Ich kann mich nicht um alles kümmern.


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus


Sonntag, 15. September 2013

Happiness

Wow, Gratulation Switzerland! Da bin ich ja mal echt stolz auf unsere Nation "Einig, Friede, Freude, Eierkuchen". Ab sofort muss auch der letzte nörgelnde Miesepeter neidlos anerkennen, dass wir Eidgenossen echt zufriedene und lustige Gesellen sind.

Also alle auf Kommando: 1, 2, 3  Smile!

Okay, das Smilen können wir noch üben.

Warum fällt uns das so schwer? Gemäss dem "2013 World Happiness Report"  von der Columbia Universität New York sind wir Schweizer das drittglücklichste Land auf Erden!

Ja krass, kaum zu glauben. Warum haben dann die Bewohner des drittglücklichsten Landes auf Erden so tiefe, griesgrämige Falten im Gesicht, dass kein Anti-Wrinkel Serum dagegen ankommt?. Und warum lassen unsere schweren Tränensäcke kaum auf ein glückliches Leben schliessen? Ganz geschweige von unseren Mimikfalten, die eher an einen depressiv veranlagten Boxerhund erinnern als an das drittglücklichste Gesicht auf Erden.

Herrgott, ein bisschen Lächeln kann doch nicht so schwer sein!

Gemäss diesem "World Happiness Report" haben wir Schweizer auch wirklich KEINEN Grund miesepetrig zu sein. Unsere Lebenserwartung ist hoch, die Sozialleistungen kaum zu schlagen, die Meinungsfreiheit sprichwörtlich, die Korruption beinahe inexistent und auch die Grosszügigkeit ist beachtlich. Also statistisch gesehen sind wir rundum glücklich. Nur die Dänen und die Norweger sind noch glücklicher als wir. Aber die freuen sich auch länger auf den Sommer.







Ich bring es einfach nicht auf die Reihe: Warum sind wir dann so unzufrieden, regen uns über alles auf, fühlen uns von allen bedroht und betrogen und verschanzen uns hinterm Fernseher bei lustigen TV-Soaps? Ja, warum fällt es uns so schwer ein glückliches, lachendes Gesicht aufzusetzen? Ich dachte immer Freude sei dazu da, sie zu teilen!. Warum sitzen wir dann mit Kopfhörer in den Ohren abgeschottet von dieser Welt im Bus, Zug oder Restaurant und tippen wie besessen auf unseren Smartphones rum? Und das mit einer aufgesetzten Fresse, die ausdrückt: "Don't mess around with me"!

Ja warum denn sind wir das drittglücklichste Volk der Erde? Weil wir eine freie Abowahl bei Swisscom, Sunrise oder Orange haben, und weil wir regelmässig in die Arbeitslosenkasse einzahlen und somit ein Recht darauf haben auch mal "Blau" zu machen? Oder weil wir etwa ungestraft aus der Kirche austreten dürfen? Vielleicht ist es ja auch einzig und allein der Umstand, dass wir von Bergen umgeben und neutral sind.

Warum können wir unser Glück nicht ausdrücken? Warum sind wir unser Leben lang so ernst und verklemmt? Anscheinend ist Glück und Lebensfreude nicht dasselbe.

Ich finde, es täte uns gut etwas mehr Lebensfreude auszustrahlen. Ganz nach dem Motto: Geteilte Lebensfreude ist doppelte Lebensfreude.


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche

Euer Flaschengeist
Markus

Freitag, 30. August 2013

Grauzone

Zwischendurch frage ich mich echt, ob ich entweder

A) nichts begriffen habe, oder

B) total fantasielos bin

Es könnte natürlich auch C)sein: Das wäre dann A + B = Fantasieloser Vollpfosten.

Ja das muss es wohl sein. Irgendwie traurig, ich würde das gerne ändern. Aber ich schaff das halt einfach nicht. Ich bin nun halt ein simples Gemüt und konnte nie mit tollen Einfällen glänzen. Wenn man mir eine Zahnbürste in die Hand drückt, dann putze ich damit meine Zähne. Es heisst ja deshalb auch Zahn-Bürste. Gut ich gebe zu, zwischendurch springe ich auch mal über meinen Schatten und putze damit die Kette von meinem Velo. Ist ja auch nicht soooo abwegig, ist ja immer noch "putzen". Wenn ich Zuhause den Befehl bekomme, ich könne also auch wieder mal staubsaugen, dann nehme ich den Staubsauger zur Hand und sauge alle Flusen und Haare vom Boden weg. Ist doch so. Er heisst nicht umsonst Staubsauger.

Ich bin auch dankbar für eine so tolle Erfindungen wie den Fotokopierer. Damit kann sogar ein Simpel wie ich, kinderleicht Kopien, also 1:1 Abbildungen von zweidimensionalen Informationsträgern, wie zum Beispiel von Fotos oder Schriftstücken herstellen. Das liebe ich an der Technik:
Ein Problem - eine Lösung!

Aber mein Weltbild wird mal wieder zutiefst erschüttert. Ich muss definitiv und unumstösslich erkennen, dass es NIE nur ein Problem und eine Lösung gibt. Ich lerne: Es gibt nicht nur Schwarz oder Weiss, es gibt immer Grauschattierungen. Und Grauschattierungen sind furchtbar, sie sind wie Nebel: sie sind undurchdringlich, beängstigend, man verliert sich in einer Halbwelt aus Schatten und Abgründen. Gar nicht gut!


Bisher war für mich ein Fotokopierer ein Fotokopierer. Und jetzt lese ich in einer Statistik von Canon, dass 46 Prozent aller Reparaturen nicht von arbeitsbedingten Schäden herrühren.  Ganze 23 Prozent der Schäden sind Glasbruch weil jemand seinen Hintern fotokopieren wollte. Den Hintern kopieren! Wie kommt man denn auf so eine Idee? Da seht ihr mein Problem: Ich habe keine Fantasie und nichts begriffen. Das macht mich traurig. Ich hätte auch gern so eine tolle Idee. Aber dann stell ich mir auch schon gleich die Frage: "Was soll ich mit einem Foto von meinem Hintern?" Meiner Oma geben, damit sie für mein Weihnachtsgeschenk die richtige Grösse für ihre liebevoll, handgestrickten Unterhosen weiss? Na, ich weiss nicht…

Oder der Staubsauger? Für mich saugt ein Staubsauger Staub. Ist doch klar, oder? Aber dann stolpere ich  über Internetforen wo der Staubsauger zur… oh my god… zur Penisverlängerung, oder zum ähhh Blowjob missbraucht wird. Heisst wohl nicht umsonst  Vacuum Cleaner. Meine kleine, heile Welt stürzt in sich zusammen. Ich habe wohl wirklich keine Fantasie. Aber warum auch? Meine Helden Chuck Norris, Batman oder Bruce Willis tun das doch auch nicht.




Okay, wir haben hier im Büro ein Heiss-Laminier Gerät, mal schauen…

Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche

Euer Flaschengeist
Markus

Samstag, 24. August 2013

Ünique

Ja was für ein Schwachsinn ist denn das nun wieder? Ünique Gemüse und Obst!!

Und der Konsument ist so herrlich schön verblödet, dass er ganz begeistert nickt und applaudiert. Bravo Coop! Coop hat als erste Organisation erkannt, dass krummes Gemüse auch Gemüse ist. Fortan nennen wir ein von der Natur krumm geschaffenes Rüebli nicht mehr Rüebli sondern Ünique. Herrlich! Und wow, es kostet sogar weniger.

Liebe Konsumenten, wir schaffen mal wieder eine neue Terminologie für eine neue Zweiklasse Gesellschaft. Etwas genauer: Für eine neue Gemüse- und Obst-Gesellschaft aber mit dem Prädikat: "Das Ünique-Gemüse ist aber genauso schmackhaft wie das Normalgemüse". Ich bin ganz verstört, was wird da bloss mit uns gemacht?
Also: Der Bewusstseinswurm frisst sich in unsere eh schon wurmstichigen Hirne und hinterlässt die Message: "Es gibt normales und schlechtes Gemüse"! Punkt, voilà, so ist es.

Lasst mich mal überlegen, hatten wir das nicht schon irgendwo?

Ach ja genau: Ausländerpack, Schwarze, Neger, Behinderte, Mongos, Gastarbeiter, Zigeuner, Jude, Zwerg … ja, ja, ja weiter, was gibt es sonst noch für Zweitklass-Bezeichnungen?? Helft mir, schmeisst mit Beleidigungen, Gemeinheiten, Deklassierungen um euch, ich kann nicht alle kennen.

Aber Stopp!! Halt, Sorry: "Küsu, soooo nicht". Ich entschuldige mich für diese Beleidigungen. Hab ich nicht schon als ganz kleiner Bub gelernt, dass man nicht Neger sagt?? Das sind Menschen wie Du und ich. Behinderte Menschen haben genau den selben Respekt verdient wie Gesunde. Ethnische Minderheiten haben selbstverständlich die selben Rechte wie alle anderen auch. Sind wir nicht alle Gottes Kinder? Dabei ist es egal, wie wir diesen Gott nennen. Wir sind doch alle gleich.





Und plötzlich kommt Coop und schafft eine Wortkreation für Gemüse, dass eigentlich nichts anderes ist als: "Gemüse"! Es sollte doch selbstverständlich sein, dass krummes Gemüse genauso behandelt wird wie gerades "Norm-Gemüse". Aber nein, man macht jetzt einen Extra Ünique Tisch, mit Extra Ünique Werbung und Extra Ünique-Preise… ich sage nur: Zweitklasse-Gemüse. Jetzt ist es allen klar. Warum sehen wir es nicht als selbstverständlich an, dass krummes Gemüse auch normales Gemüse ist? Ich sehe schon die Kleinkinder im Coop: "Gell Mami, das ist nicht normales Gemüse, das ist Ünique-Gemüse. Ist das krank"? Viel Spass beim Erklären.

Übrigens: Im ELEVEN sind alle Ünique und alle Willkommen: Die mit Brille, auch die kleiner als 1.60, die im Rollstuhl, die mit einer krummen Nase, die Magersüchtigen, die Übergewichtigen, die Rothaarigen, die Ausländer, die geschmacklos Gekleideten, die Tussis, die Poser, die Normalos, der Nerd, der Geek, das Tanzmuffel, die in Leggins, der mit Tennissocken… egal, Alle sind gleich. Hauptsache schmackhaft.

ELEVEN - We Party Ünique!

Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche

Euer Flaschengeist
Markus