Wie es scheint muss ich weiterhin zu meinem Therapeuten. Alles "sich von der Seele reden und schreiben" hat nichts genutzt und ich bin noch immer zutiefst verstört.
Ich gebe zu: Ich versteh es einfach nicht, kommt nicht dahinter, Null Checkung, ich hab keinen Schlüssel und kann das Türchen zu meinem Hirn nicht öffnen.
Bereits vor 6 Jahren habe ich in diesem Blog mein Unverständnis über die modischen Sonderheiten der Frau breitgetreten. Und was hat es genutzt? Genau - Nichts! Inzwischen hat sich sogar schon PETA für mein Anliegen eingeschalten und für ihre Kampagne "Get Naked for PETA" haben sich auch ganz viele Promis nackig gemacht. Das fand ich super, so ganz nackig, ohne Pelzchen und Bieber. Aber leider leider - genutzt hat es nichts:
Der Mensch hat noch immer Haare im Mund!
6 Jahre ist es her und ganz nach dem Motto: "What goes around comes around", holen mich diese Haare im Mund wieder ein. Nur diesmal sind nicht die Frauen schuld - NEIN: Wir Männer!
Mal ne Frage: Wer hat schon gerne Haare im Mund? Da kenne ich persönlich jedenfalls niemanden. Kann natürlich sein, dass irgendwo da draussen so ein armer Fetischliebhaber unterwegs ist, der gerne Haare im Mund hat. Das wäre aber eher die Ausnahme und man würde sicherlich eine pathologische Anomalie diagnostizieren.
Seit wir von den Bäumen heruntergestiegen sind, haben wir uns mehr und mehr unserer Behaarung entledigt. Der Körperkult bei den Frauen ist heute soweit fortgeschritten, dass sie beim Rasieren länger brauchen als der Mann. Für die dauerhafte Haarentfernungen an Beinen, Bikini, Achselhöhlen, Damenbart, Augsbrauen etc. werden Schmerzen und horrende Kosten tapfer ertragen. Beim modernen, androgynen Mann ist es dasselbe: Der trennt sich von seiner gesamten Körperbehaarung.
Und jetzt das: Der Mann läuft wieder mit so einem kauzigen Bart im Gesicht rum. Ich komme leider nicht dahinter. Was soll das? Macht der Bart so einen Grossstadt-Cowboy krasser? Wirkt man dadurch erwachsener, weiser? Gibt man seinem Äusseren etwas mystischeres, undurchdringlicheres?
Ich verstehe es, wenn man sich auf der Himalaya-Expedition nicht ständig rasiert. Aber bei der etwas gängigeren "Shoppingtripp-Lounge-Expedition" verstehe ich es nicht.

Eines steht fest: Wir Männer haben nicht gerne Haare im Mund wenn wir eine Frau küssen - egal wo.
Liebe Frauen, wie ist es mit Euch?
Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus
Jaaa, das waren noch Zeiten als wir mit dem Schulranzen zur Schule gingen. Wäre heute komplett unmöglich. Das würde sofort alle Menschenrechtsorganisationen und Tierrechtorganisationen auf den Plan rufen. Ausserdem würde die SUVA, TCS, VCS und Mütternvereinigung Alarm schlagen.
Als ich noch zur Schule ging musste für meinen Schulranzen sogar ELSA sterben. Das war eine berühmte Milchkuh in der Schweiz. Aus ihrem Fell wurde mein Schulranzen hergestellt. Schön braun-weiss gefleckt. Das sah herzig aus. Aber irgendwie haben mich damals schon die Schulranzen etwas zu stark an die Tornister aus dem 1. Weltkrieg erinnert. Die waren auch aus braunem Fell. Woher man damals bloss das ganze Fell genommen hatte, irritiert mich heute noch. Klobig und schwer waren diese Schulranzen und haben unsere schmalen Schultern und schwache Rücken ganz schön geschunden.
Ich war dann eigentlich ganz froh als langsam die Schulranzen von den bequemen Rucksäcke mit breitem Tragegurt abgelöst wurden. Je nach Schulstufe gab es Motive die zwischen Pokemon, Barbie, Prinzessin, Dark Vader, Chiemsee und schlicht neutral variierten. In der Oberstufe hatten wir dann das Gefühl mit so dämlichen Aktenkoffern herumlaufen zu müssen. Diese Generation ist heute wegen einseitigem Tragen und krummen Rücken in Dauerbehandlung beim Chiropraktiker.
Aber was jetzt bei den Schul-Kiddies der letzte Schrei ist, sind die Trolleys. Ich weiss echt nicht ob ich lachen oder schreien soll…

Da marschieren die Kids alter Altersgruppen mit so mehr oder weniger lustigen Rollkoffer zur Schule. Bei den Jüngsten ist das ein Spass zuzusehen aber bei den Oberstufen, wenn die Damen mit ihren High-Heels zur Schule staksen ist es zum Schreien. Aber auch bei den angehenden Möchtegern Mister Fitness und Obercool, sieht so ein Rollkoffer einfach zum Wegschmeissen aus.
Bald sind wir soweit, das mindestens jeder Schüler per Gesetz einen Butler braucht, der ihm sein Schulzeugs hinterher trägt. Schliesslich sind 1-2 Ordner, Bleistift, Leuchtstift, Ladegeräte für Laptop und Smartphone ja auch ganz schön schwer. Und man kann seine Kraft nicht schon in der Schule verpulvern, wenn Mann oder Frau später im Training oder im Ausgang gut aussehen will.
Ich warte nun auf die Zubehör-Industrie. Schliesslich brauchen die Kiddies für ihr Kick-Board eine Anhängerkupplung damit sie den Rollkoffer elegant hinterher ziehen können. Auch für die motorisierten Roller bräuchte es so eine Kupplung. Schliesslich will der Teenager artgerecht mit Rollkoffer auf dem Schulhof vorfahren können.
Lange lebe der Erfindergeist - ich kann mich ja nicht um alles kümmern.
Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus
Die Technik verändert unser Leben. So hat uns zum Beispiel die Technik zum Feuer machen sehr viel gebracht, auch das Rad war ein Meilenstein, die Erfindung des Motors war ein Segen, die Fliessbandtechnik brachte uns weiter. Auch der Mikrochip hat unser Leben gänzlich verändert.
Ja und dann kam neulich - genauer gesagt 2007, das erste iPhone zur Welt. Das iPhone oder besser gesagt die Erfindung des Smartphones hat unser Leben nochmals gänzlich verändert. Natürlich konnte man vorher auch schon Telefonieren, SMS schreiben, im Internet surfen, Termine eintragen oder Fotos machen. Aber plötzlich konnte dies ein kleines, kompaktes Ding, das man in der Hand hält, ganz elegant und ohne Probleme.
Die Smartphones haben unser Leben gänzlich verändert. Ich bringe es mal gleich auf den Punkt: Sie machen uns einsam!
Voilà, so einfach ist das.
"Nein, nein"! könnt ihr jetzt sagen: "das stimmt doch gar nicht". "Dank dem Handy kann ich jederzeit mit meinen Freunden chatten, oder meine kranke Oma in Buxtehude anrufen". Natürlich ist das ein Segen. Das ist aber eher die Ausnahme und nicht die Regel.
Normalerweise läuft es ganz anders. Ich illustriere das mal am Beispiel einer normalen, durchschnittlichen, jungen, Frau:
- Wecker klingelt, schlaftrunken sofort SMS, WhatsApp, Facebook und Instagram nach wichtigen Statusmeldungen abchecken
- Erste eigene Statusmeldung posten im Sinne von: Müde, langweilig, keine Lust zum Arbeiten oder ähnlich
- Foto vom Wetter posten
- Auf dem Weg zur Arbeit im Bus, Zug oder Auto, SMS schreiben, WhatsApp schreiben, Facebook checken, Instagram checken. Bedeutet: den eigenen totalen Nonsens organisieren!
- Auf keinen Fall mit anderen Menschen reden. Keine Kommunikation mit Fleisch und Blut dafür hat man schliesslich ein Smartphone
- Arbeiten (ist langweilig)
- Znünipause: Nicht mit Arbeitskollegen reden, dafür hat man schliesslich keine Zeit, denn man muss unbedingt: SMS, WhatsApp, Facebook, Instagram etc. checken und eigenen Status updaten
- Mittagspause dito
- Zvieripause dito
- Feierabend dito
- Nachhauseweg im Zug oder Bus dito
- zu Hause - keine Zeit zum Essen, Ausgang ist angesagt
- Mittels Smartphone und 5 Online-Kolleginnen passendes Outfit aussuchen
- Anziehen, schminken
- Selfies machen und posten
- Reaktionen von Facebook, Instagram, WhatsApp etc. abwarten und auswerten
- Je nachdem wieviele Kolleginnen ein: "Wow, Beautiful, Lindaaaa, Sexy, Like, oder "Gefällt mir" gepostet haben, nochmals umziehen, schminken
- Selfies machen und posten
- Mit 4 Stunden Verspätung in den Ausgang
- Selfies à gogo machen, posten, kommentieren
- Permanent SMS, WhatsApp, Facebook, Instagram checken und kommentieren
- Eventuell für Gruppenfoto hinhalten, das man auf allen Plattformen sofort kommentiert wie super es ist
- Feierabend: Alleine nach hause gehen und sich einsam fühlen
- Im Bett noch schnell alle Status checken und etwas sinnloses wie: "Müde" posten
Ja, so oder ähnlich könnte der durchschnittliche Tag aussehen. Empirisch bewiesen.

Diese Selfie-Manie ist etwas ganz übles. Frau UND Mann ist ständig daran, sich an den hässlichen Orten dieser Welt selbst zu fotografieren: meistens im Badezimmer oder im unordentlichen, mit Kleidern übersäten Schlafzimmer. Auch an Beerdigungen habe ich es schon gesehen. Nichts ist mehr heilig - Hauptsache ein Selfie und was ganz wichtig ist: SOFORT posten! Meist sind die Fotos auch noch qualitativ richtig mies, aber richtig mies. Spielt aber keine Rolle.
Denkt daran: Dieser Narzissmus - Selbstverliebtheit - macht einsam. Diese Selfie-Manie ist nichts anderes als Unsicherheit. Ständig checkt man ab, wie man auf andere wirkt. Aber Achtung: Wie das FOTO auf andere wirkt - Nicht die Persönlichkeit! Inzwischen gibt es schon Profis die Selfie-Kurse anbieten oder noch besser, die von einem Fotos machen, die aussehen als wären es Selfies. Nur damit Du online besser wegkommst.
Tja, legt mal Euer Smartphone weg und geniesst die Menschen um euch herum. Lasst euren Charme spielen, eure Persönlichkeit, macht Party. Ganz ohne Duckface und Zunge raus.
Face it!
Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus
Das erfreuliche zuerst: Ich wünsche allen ein tolles, spannendes, aufregendes, unvergessliches 2014!
Nun, mit fortschreitenden Jahrzahlen werde selbst ich älter und… hoffentliche weiser. Aber wer hätte gedacht, dass ich zuerst ins gelobte Land der Lügen, Pasta, Pizza und Bunga Bunga reisen musste, um hinter die entwaffnende Ehrlichkeit unserer verlogenen Welt zu kommen.
Ja, in was für einer verlogenen Welt leben wir eigentlich? Du musste ihn Biel (das ist eine Stadt mitten in unserer aufgeklärten, emanzipierten Schweiz) letztes Jahr, im Jahre des Herren 2013, ein Karussellbetreiber einen Mohr (das ist ein Mensch mit dunkler Hautfarbe) von seinem antiken Karussell entfernen, weil er rassistisch wirke. Gemäss Gerichtsbeschluss darf ein schwarzer Kutscher aus rassistischen Gründen nicht gezeigt werden. Ein weisser Kutscher aber schon.
Bravo, das ist wirklich sehr korrekt. Korrekt für eine ganz kleinen Bünzliwelt. Leben wir in einer Welt, wo es nur noch Schwarz oder Weiss gibt? Also Schwarz/Weiss, das meine ich nun im übertragenen Sinne. Leben wir alle nur noch nach dem Gesetz der Kumuluskarte, iPhone/iStupid und den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook?
Also ich komme nach Italien, habe keine Ahnung von italienisch, griechisch, katholisch und Berlusconi aber mache folgende Feststellung:
In unserem sympathischen Nachbarland Italien wird am 6. Januar nicht etwa der Dreikönigstag gefeiert sondern die "Befana"! Mein Gott was ist die "Befana"?
Nun, "Befana" heisst Hexe. Aber was um Gotteswille hat die "Befana" mit dem Dreikönigstag zu tun?
Für alle die einen Fensterplatz oder ein Smartphone während des Religionsunterricht hatten: Der Dreikönigstag ist das Fest zur "Erscheinung des Herrn" und kommt aus dem Griechischen von "Epiphanie".
Und was hat nun die "Befana" mit der Bibel zu tun?? Das Wort "Befana" stammt von "Epiphania" und ist die Benennung einer Hexe (oder eines weiblichen Dämons) des italienischen Volksglaubens, welche in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar auf der Suche nach dem Jesuskind auf einem Besen von Haus zu Haus fliegt und Geschenke bringt oder straft.

Der Sage nach soll die Hexe "Befana" von den Hirten die Frohe Botschaft von der Geburt Jesu gehört haben. Der Stern von Bethlehem sollte sie zur Krippe führen. Da sie jedoch gerade Siesta machte, verpasste sie den Stern.
Also ihr lieben Heuchler - seht es ein oder lasset es bleiben. Die Bibel hat nichts genutzt: Die Blinden sind noch immer blind und die Lahmen noch immer lahm. Die italienische Hexe hat die Krippe nicht gefunden und muss nun zur Strafe den Kindern am 6. Januar Süsses bringen.
Und übrigens: Die 3 Könige die es gemäss der Überlieferung nach Bethlehem geschafft haben sollen, waren gar keine Könige - sie waren "Sterndeuter" im griechischen Ausgangstext Μάγοι, Magoi, wörtl. auch "Magier" genannt. Magier, Hexer, Hexen, Befana … Seht ihr? Glaubt nicht alles was euch weisgemacht wird. Ach ja und übrigens: War nicht einer von diesen 3 Königen ein Mohr? Lassen wir das, sonst müssten wir noch die Bibel umschreiben.
So, und nun soll so ein armer Karussellbetreiber seinen scharzen Mohr gegen einen Weissen auswechseln, weil er rassistisch wirke. Hahaha…
Ich glaube dieses Gericht hatte spitze weisse Hauben mit Sehschlitzen auf.
Face it - alles andere ist Hexerei
Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus