Dienstag, 21. Februar 2017

Was hat er bloss getan?

Fasnacht steht vor der Tür. Fasnacht die fünfte Jahreszeit oder auch Karneval genannt. Das Wort "Karneval“ leitet sich aus dem lateinischen "Carne vale“ ab, was so viel heisst wie "Fleisch, leb wohl“. Womit auch jedem klar sein sollte, dass die Fasnacht mit ihren lauten Guggen und schaurig schönen Masken, den Winter vertreibt und die sechswöchige Fastenzeit bis Ostern einläutet. Also haut rein.

Während der Fasnacht übernehmen die Narrenzünfte das Zepter. Das geschieht mit der symbolischen "Schlüsselübergabe“ des Stadtpräsidenten an den Obernarren. Während der Fasnacht gilt daher auch das "Narrenrecht“. Das ist ein fantastisches Brauchtum. Denn dann darf sich nämlich das Volk mittels Masken, Kostümen oder Schnitzelbänken, pointiert, oft ironisch oder auch in sarkastischer Weise über Ereignisse oder Personen lustig machen. An der Fasnacht bekommen so einige Persönlichkeiten ihr Fett weg. Ich empfehle in Solothurn unbedingt das "Höflisingen“ zu besuchen. Lacher sind garantiert.

Die Fasnacht ist ein Ventil und wird in der heutigen Zeit der Überregulierung und des politischen Abstumpfens immer wichtiger.

Früher gab es aber ein fast noch wichtigeres Instrument, es den Obrigkeiten aus Kirche und Staat, auf eine feine subtile Art und Weise heimzuzahlen. Leider ist das in der heutigen Zeit völlig in Vergessenheit geraten und es wäre eventuell wieder an der Zeit diese Idee aufzunehmen.

Die Rede ist von den Figuren und Statuen an Kirchen und öffentlichen Gebäuden.

Einerseits sind dies die bekannten, symbolhaften Heiligenstatuen und Engelsfiguren oder auch die Darstellung von Ritter und Ratsherren. Immer wieder findet man aber auch Dämonenfiguren an den Gebäuden. Die Dämonenfiguren oder auch „Gargoyles“ genannt, dienten als Wasserspeier. Diese Wasserspeier wurden oft mit schrecklichen animalischen Körper dargestellt und sollten das Böse fern halten. Oft wurde aber auch so einer Kreatur das Anlitz einer lebenden Person verpasst. Dies um es ihr heimzuzahlen.

Im 13. Jahrhundert lebte Konrad von Hochstade. Er war der Erzbischof von Köln und somit ein extrem hohes Tier neben dem Papst. Damals hatte die Kirche auch noch viel mehr Macht und Einfluss auf das ganze Leben und Sterben der Menschen. Was nun Konrad von Hochstade genau verbrochen hat, wird sich wohl für immer und ewig unserer Kenntnis entziehen. Vielleicht ist das auch besser so, denn seine bildliche Darstellung am Kölner Dom regt unweigerlich die Fantasie eines Jeden an. Behaltet eure Fantasien für euch - ich will sie lieber erst gar nicht wissen.
Ich wünsche allen eine schöne Fasnacht, bleibt sauber und denkt immer dran: Niemals bücken!


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus