Freitag, 13. Dezember 2013

Advent, Advent - 3 Lichtlein brennen

Jetzt geht's im Sauseschritt auf Weihnachten zu, dem Fest der Liebe und des Schenkens. Von Liebe ist zwar frostig wenig zu spüren, eher von Panik. Weihnachten ist nunmal ein Brauchtum, das unser christliches Leben stark mitbestimmt. Nun ja, ich könnte ethisch korrekt auch anstelle "christliches Leben" auch "Einkaufsverhalten" sagen, nur damit man mir nicht mit Rassismus kommen kann. Wir Christen können ja nichts dafür, oder?

Natürlich, da gibt es noch diese Geschichte in der Bibel von den 3 Weisen, die ziemlich genau vor 2013 Jahren einer armen Zimmermannfamilie zur Geburt ihres Kindes Geschenke brachten. Die Weisen, die auch Magier des Osten genannt wurden, brachten Myrrhe, Weihrauch und Gold.

Aber, Achtung, jetzt kommt's: Schenken ist gar kein Brauchtum, das wir einzig und allein Weihnachten und somit der Bibel zuschreiben können. Schenken war schon vor 2500 Jahren, zur Zeiten des römischen Reiches "en vogue". Die Heiden haben damals zur Wintersonnenwende - wie könnte es anders sein, am 25. Dezember den Göttern Opfer gebracht. Die Römer haben auch zuuuufälligerweise genau am 25. Dezember zur Ehre ihres Gottes "Saturn" den armen Leuten Geschenke gemacht, nur um zu zeigen wie wohlhabend sie waren.



Schenken ist somit gar nichts Neues und entspringt auch nicht der Konsumindustrie. Der Schenk-Gedanke ist durch und durch löblich: Mit Schenken drückt man Hochachtung und Liebe für jemanden aus. Schenken ist die freiwillige Übertragung von Eigentum an einen anderen - ohne eine Gegenleistung zu verlangen wohlverstanden.

Also dann macht euch mal nicht so Stress mit dem Schenken. Schenkt bewusst und nur dem, dem ihr eure Dankbarkeit ausdrücken wollt.

Die Uni St. Gallen hat eh kürzlich herausgefunden, dass viele wunschlos glücklich sind und gar kein Geschenk wollen. Ein Grossteil der Befragten weiss nicht einmal, was sie sich wünschen könnten, so wunschlos glücklich sind sie.

Das finde ich ganz toll und ein grosser Dank und Applaus gebührt an dieser Stelle mal unseren Geldinstituten, die mit ihren selbstlosen Angeboten den Kunden jeden Wunsch erfüllen:

- Cashgate: Einfach sofort online beantragen
- Easycredit: Erfüllt ihnen jeden Wunsch
- Visa und das Leben läuft leichter
- Kundenkarten: Jetzt shoppen Ende Monat bezahlen
- Sofortkredit: Sich umgehend jeden Wunsch erfüllen
- Konsumkredit: Jetzt haben - später zahlen
- Null-Prozent-Finanzierung
- Lease-now, Credit-now
- usw.

Ja da stellt sich mir doch die Frage: "Warum soll ich mir noch was wünschen, wenn ich es mir sofort besorgen kann"? Über das Bezahlen mach ich mir nach Weihnachten Gedanken. Übrigens: Mehr als ein Drittel der Schweizer hat derzeit eine Konsumfinanzierung am Laufen.

Ich verschenke zu Weihnachten nur noch Gutscheine für eine Ratenamortisation.


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus

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