Freitag, 24. Oktober 2014

Frohe Weihnachten

Und ewig grüsst die Weihnachtsdeko.

Ich schicke es mal gleich vorneweg: Auch ich simples Gemüt rege mich chronisch und in immer wiederkehrenden Zyklen über den selben Müll auf. Da bin ich nicht besser.

Jedes Jahr fange ich von vorne an zu lamentieren. Zum Glück bin ich da nicht allein. Mein Empfinden ist es, dass sich Jeder, aber wirklich Jeder über die (viel zu) früh startende Weihnachtsoffensive aufregt. Na gut, es gibt wohl ein paar Wenige, denen der Schuss abgeht, wenn sie schon anfangs Oktober das Weihnachtssortiment präsentieren können. Das sind die Firmenbosse von den grossen Kaufhäusern, die den Hals nicht voll genug kriegen und aus Angst, dass die Konkurrenz ihnen die Show stiehlt, die „Frohe Festtage Leier“ noch eine Woche eher ansetzen.

Im Denner habe ich schon anfangs Oktober, prominent im Eingangsbereich, grosse Aufsteller mit „Frohe Festtage“, „Joyeuses Fêtes“ mit dem passenden Sortiment von „HUG - Weihnachtsguetzli“ gesehen. Bravo! 



Da frage ich mich doch gleich: „Sind das noch die alten Guetzli von letzten Weihnachten oder sind das schon die Frischen“?

Aber lasst uns mal in Ruhe überlegen. Vielleicht sind mit „Frohe Festtage“ gar nicht Weihnachten gemeint, sondern im Sinne der fortschreitenden Völker-Vermischung und Verständigung, das islamische Opferfest (Id al-adha) am 5. Oktober oder das Fest zum Islamischen Neujahr am 25. Oktober. Ja das muss es sein. Das finde ich mutig von „HUG“. Hut ab! Könnte natürlich aber auch sein, dass wir zusammen mit unseren Brüdern und Schwestern aus dem 27. Kanton am 3. Oktober den „Tag der Deutschen Einheit“ feiern.

Egal, Gründe zum Feiern gibt es immer. Ja, so muss es sein. Das würde mich extrem beruhigen. Zu feiern gibt es immer was. Damit kann ich leben. Denn es ist absolut nutzlos jährlich dieselbe Diskussion zu führen:

„Fängt das Weihnachts-Gedöns zu früh an“?

Ja, es fängt zu früh an, das wissen wir alle. Nur können wir nichts dagegen tun. Die Gier der Menschen, das einem Anderen etwas nicht gönnen können, ist zu gross. Da müsste ein Gesetz her. Aber wie wir ja inzwischen auch schon alle gemerkt haben, ist unser Rechtssystem zu starr, zu zementiert, dass wir da noch etwas mit unserer direkten Demokratie ändern könnten. Also bleibt uns weiterhin nichts weiter übrig, als darüber zu reden und jährlich dieselben Umfragen mit denselben Resultaten zu starten.

In diesem Sinne schon mal „Frohe Weihnachten“!


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus

Freitag, 17. Oktober 2014

Glückshormone

Nicht mal mehr eine Woche dauert es und das Solothurner Oktoberfest geht los! Viele freuen sich: „Sauguàd, endli geht di Gaudi los“. Natürlich werden jetzt auch ein paar wenige „Gimpel“ sagen: „Nicht schon wieder so ein blödes Volksfest“. Tja, das ist Ansichtssache und jeder soll davon denken was er will.

Nur eines sei allen und vor allem den „Loàmsiàdà“ verraten:

Geselligkeit macht sexy und glücklich!


Das Solothurner Oktoberfest ist und bleibt ein Ort der Geselligkeit und Gemütlichkeit. Aber warum ist das so, warum braucht der Mensch Geselligkeit (mal ausgenommen der paar griesgrämigen „Gimpel“)?

Dopamin, Serotonin und Endorphine sind wichtige Botenstoffe für unsere Glücksgefühle. Diese Glückshormone werden unter anderem entweder beim Verzehr von Schokolade oder beim Sex ausgeschüttet. Nachdem man aber zum glücklich sein, nicht ständig Sex haben oder Schokolade essen kann, muss da noch ein anderer Faktor entscheidend mitspielen. So fanden Forscher der University of Cambridge kürzlich heraus, dass Menschen die sozial aktiv sind, vermehrt „Glückshormone“ ausschütten.

A Prosit! Da haben wir’s! Geselligkeit macht glücklich. So lässt sich auch die kollektive Fröhlichkeit der Besucher des Oktoberfestes Solothurn beschreiben. Ein Oktoberfest - oder schlicht und einfach auch „Volksfest“ genannt - sprengt die Grenzen der sozialen Realität. Ein Oktoberfest ist ein einfaches Fest für das Volk. Es genügen einfache Bänke, einfache Musik (Volksmusik) und einfache Speisen (Hendl, Würstl oder Haxn) und schon sehen die Menschen über ihre persönlichen Grenzen hinaus und verbrüdern sich mit links und rechts. Die Realität wird für einen Moment vergessen - egal welcher sozialen Schicht und Bildung man angehört. Und genau das ist das Wunderbare und Befreiende.


Unlängst ist auch bekannt, dass Schlagermusik - oder eben auch Volksmusik genannt - bei Jung und Alt tüchtig auf dem Vormarsch ist. Was bei uns mit Francine Jordi begann und sich mit Helene Fischer, Andreas Gabalier und Beatrice Egli fortsetzt, ist Popmusik. Das Wort „Popmusik“ kommt von „Popular Music“, „Music for the Population“. Am Oktoberfest wird Musik für das Volk gespielt. Lustig, sympathisch und eingängig. Musik, die gleichermassen Enkelkinder und Grosseltern mitsingen können. Das verbindet. So einfach ist das.

Ein weiterer sympathischer Faktor ist, dass alle Madln und Buam im Dirndl und Lederhosen aufs Oktoberfest gehen. Eine Tracht verbindet und sieht erst noch sauguàd aus. Und wir Solothurner lieben es eh, uns zu verkleiden. Sind wir doch eine Hochburg der Fasnacht und des närrischen Treiben.

Ihr seht: So einfach ist es Glückshormone auszuschütten. Springt über eure dunklen Schatten und seid gesellig, überwindet eure selbst errichteten Barrikaden und feiert ohne soziale und kulturellen Schranken. Das macht glücklich!!

Oans, zwoa, gsuffa

Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche

Euer Flaschengeist
Markus