Freitag, 20. September 2013

Schildbürger

Da haben wir es mal wieder schwarz auf weiss: Schildbürger sterben nie aus, respektive die Gilde der Verkehrsplaner gibt es noch immer.

Ja, wir alle wissen es: Der Verkehr auf der Bahnhofkreuzung in Solothurn ist alles andere als optimal, um nicht zu sagen die Situation ist nervig. Nun, nicht alle wussten es. Damit sich auch die Gilde der Verkehrsplaner von der desolaten Verkehrsführung überzeugen liess, musste sie erst eine Verkehrszählung durchführen. Die war notabene vor 3 Jahren.



Die Verkehrsplaner benötigten 3 Jahre um, in ihren mit Watte ausgeschlagenen Büros, die Daten zu verdauen und einsinken zu lassen. Schön abgeschottet von der Realität und dem täglichen Verkehr.

3 Jahre waren nötig und es wird noch ein weiteres Jahr vergehen bis sie, mit stolz gewölbter Brust, mit der "Optimierung" beginnen werden.

Optimierung?? Wenn ein Verkehrsplaner von Optimierung redet, dann ist damit ein mit Blattgold verzierter Schildbürgerstreich garantiert.

Man erinnert sich vielleicht noch in Solothurn.
Es führten einmal 2 Brücken über die Aare. Dann wurde optimiert und eine 3. Brücke gebaut - die Westtangente. Dafür aber wurde eine Brücke für den öffentlichen Verkehr dicht gemacht. Also man rechne mit:

2 + 1 = 3 - 1 = 2!

Fazit: Wir haben noch immer 2 Brücken dafür aber mehr Verkehr. Bravo!

Nun zur Bahnhofkreuzung. Dort ist die Situation sehr kompliziert und für mich ist das hohe Mathematik. Ich habe zwar auch 9 Jahre obligatorische Schulzeit absolviert, war aber 6 mal in der 3. Klasse.

Also alle mal mitrechnen, mir ist es zu hoch. Ein einfacher Dreisatz:

Heute
2 Autospuren biegen nach Links ab. Die Ampel zeigte 12 Sekunden grün.

Nach der Optimierung
1 Autospur biegt nach Links ab. Die Ampel zeigt 17 Sekunden grün.

Keine Ahnung? Ich auch nicht. Aber die Lösung wäre vielleicht allen Autofahrer ein Upgrade zu einem schnelleren Auto mit automatischer Rennkupplung zu schenken.

Egal - Alles Schildbürgerzeugs und der Steuerzahler bezahlts brav.

Ach wie schön waren die Zeiten, als der Bahnhofplatz eine Baustelle war, das Bipperlisi von der provisorischen Haltestelle aus losfahren musste und den Bahnhofplatz ein Kreisel schmückte. Da flutschte der Verkehr nur so. Ausserdem war der Platz um einiges schöner und lebhafter als heute der traurig, grau zubetonierte Bahnhof- und Begegnungsplatz. Keine Grünfläche, kein Baum nichts. Doch, ja genau - da werden neuerdings andernorts so grüne Flächen auf den Boden zur Verkehrsberuhigung aufgemalt. Das wär doch auch mal eine Idee.

Liebe Schildbürger, macht was draus. Ich kann mich nicht um alles kümmern.


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus


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