Sonntag, 18. Dezember 2016

Weihnachts-Workout

Trüber die Nachrichten nie klingen! Eigentlich müsste der Endlos-Weihnachtsjingle so oder ähnlich heissen, denn Grauer geht’s nimmer, Schnee ist ein Weihnachtsmärchen aus fast vergessenen Zeiten und wenn ich zwecks Aufheiterung die Socialmedia-Stimmungsraketen konsultiere, dann schmeiss ich mich doch gleich ins Grab.

Um unsere Stimmung etwas aufzuheitern versuchen es die Medien mit der Guezli-Challenge, Festtagmenü-Vorschlägen oder dem schönsten Weihnachtsmarkt. Nur, um uns dann 2 Klicks weiter mit der Kalorienklatsche, aller positiven Lebensgefühle zu berauben.

Die Wahrheit ist bitter, sehr bitter. Vom Weihnachtsbraten will ich mal besser gar nicht reden sondern nur von den kleinen leckere Nascherei schnell mal zwischendurch, so zu sagen als Snack. Also wer Kalorien sammeln will, soll folgendes tun (ich rechne grosszügig mit einem täglichen Bedarf Energiebedarf von 2’500 Kilo-Kalorien). Der esse:

- 35 Vanillekipferl

oder

- 30 Zimtsterne

oder

- 30 Mailänderli

oder

- 50 Spitzbuben

und trinke dazu reines Leitungswasser ohne Sirüpli drin oder so. Denn mit diesen paar feinen Guezli sind bereits alle zur Verfügung stehenden Kalorien verbraten. Tja, nix mehr mit einem feinen Zmorgen. Und den Weihnachtsbraten kann man sowieso gleich komplett vergessen. Auch für den kleinen Hunger zwischendurch liegt leider Null und Garnix mehr drin.

Aber Achtung! Bevor ihr euch nun ganz wegschmeisst, habe ich die Lösung parat! Geht tanzen, macht Party und geniesst das Leben.



Zum Glück gibt es die legendäre X-MAS Party im Solheure. 4 Stunden ausgelassen Party machen und Tanzen. Damit verdienst du dir 2’500 Extrakalorien.

Süsser die Glocken nie klingen!


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche

Euer Flaschengeist
Markus

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Schuhe ausgezogen

Schuhe weg

Ja, das kommt selten vor: Aber - mich hat’s aus den Schuhen gehauen. Aus meinen feinen urbanen Lifestyle-Tretern. Und da braucht’s schon einiges dazu, denn ich bin aufgeklärt und schaue MTV, und schliesslich bin eine Instant Wikipedia-Intelligenzen und meine die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.


Laufen wir Kids nicht alle mit wachem Blick durch’s leben? Lesen fleissig die Pendlerzeitung und haben alle möglichen Push-Mails aktiviert, damit uns aber auch gar nichts entgeht? Ha, was Du kannst, kann ich schon lange. Was Du weisst, habe ich gestern schon vergessen! Ich bin der König im Grossstadtdschungel und du Königin im Shoppingtempel. Uns entgeht nichts. Wir können einfach alles und sind zu allem und nichts motiviert. Wir werden gebildet und empowered. Von Kunst halten wir nicht viel, denn Kunst kann jeder. Kunst kommt nämlich von Können und bitte sehr: Wir können schliesslich alles! Gebt mir einen Stift oder eine Dose und ich mache Kunst. Ob’s dir gefällt oder nicht ist deine Sache - Ansichtssache. Begegnet uns nicht auf Schritt und Tritt sogenannte Kunst von irgendwelchen übermotivierten Kids, die frustrierte Destruction mit Kreativität verwechseln? Ha und das nennt sich dann überschwänglich Streetart. Erwischen sollte man die…


Und nun das, ohne Vorwarnung und mit einem ansatzlosen WHAAM! hat’s mich aus den Schuhen gehauen. Mit offenem Mund wandle ich durch die „Alte Zellulose Attisholz“ und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich kann nur noch zusammenhangsloses Zeugs brabbeln wie: WOAHH, Krass, Gewaltig, hast Du das gesehen? und das? das ist derb, cool, Waaahnsinn! Wie in Trance erforsche ich die modernden Überreste der Zellulose Attisholz. Ich wandle durch ein riesiges Dinosaurierskelett. In den Gewölben und Gängen der uralten Fabrikbrache, die über Jahre hinweg gefleddert, geschleift und demontiert wurde entstehen wundersame Dinge. Urban Art! Im riesigen Bauch dieses Dinosauriers entsteht Kunst 2, 3 nein 4-Dimensional. Graffitis und Installationen die über ganze Stockwerke reichen. Klein und verletzlich stehe ich davor und WOW! Ich bin sprachlos. Das ist Kunst, das ist Können! Das kommt vom gotischen „kunnen“: können, kennen, verkünden!

Also liebe Kids, Urbancowboys, Shoppingqueens, Rumhänger, Nerds, AHV-Ausweis-Besitzer, Galleristen, Heimatschützer, Hippsters, Sprayers, Verhinderer und Ermöglicher wenn ihr Grosses, Grossartiges sehen wollt, dann besucht den Artcampus in der Zellulose Attisholz. Entdeckt und staunt. Lasst euch inspirieren und kommt nicht mehr aus dem WOAH! heraus.
Übrigens, ich habe mir inzwischen neue Schuhe besorgt. Trittfest, resistent gegen Staub und Pfützen, ideal für Treppen und Tunnel, extra gemacht für mein neues Hobby: Urban Art Exploring!

Öffnungszeiten Finissage Kettenreaktion in der Alten Zellulose Attisholz:
Fr.  28.10.2016 15.00 - 18.30 Uhr
Sa. 29.10.2016 14.00 - 18.30 Uhr
So. 30.10.2016 11.00 - 16.00 Uhr


Urban Art Exploring

Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist Markus

Freitag, 4. März 2016

Frisör des Vertrauens

Leider muss ich zugeben, dass ich keine Ahnung von der Verteilung der Männlein und Weiblein meiner Newsletter-Leser/innen habe. Es wäre mal (extrem) interessant das herauszufinden. Aber vielleicht bekomm ich ja spätestens nach dem Durchlesen meiner Flaschengeist-Eruption die vernichtende Quittung. Ich werd’s mit Fassung tragen. Also: Kommentare willkommen.
 

Neulich war ich bei meinem Frisör des Vertrauens. Da gehe ich auch echt gerne hin. Toller Salon, tolle Mitarbeiterinnen, toller Service. Bei der Begrüssungsmassage angefangen bis hin zum Kaffee oder Fruchtsaft stimmt einfach alles. Das dort gut ausgebildete Frisösen mit Charme und Witz arbeiten ist selbstredend. Zusammengefasst kann ich sagen, dass ich nicht wüsste, wo ich lieber zum Haare schneiden hinginge.

Wie gesagt, ich gehe echt gerne zu meinem Frisör aber irgendwie fühlt sich das je länger je mehr nicht richtig für mich an. Warum das denn?


Also, in der Schweiz gibt es ca. 15’000 Frisör-Salons mit ca. 30’000 Beschäftigten und weniger als 10% davon sind Männer. Et Voilà: Da haben wir das Dilemma. Natürlich lass ich mich gerne von einer Frisöse verwöhnen, und ja natürlich finde ich zwischen der Vogue, Annabelle und Glückspost auch mal ein Autoheftli. Ich gebe sogar zu, dass ich gerne die Annabelle lese, ich möchte ja die Frauen besser verstehen.  Aber irgendwie… naja, ich weiss auch nicht. Ich gehe ja wirklich gerne zu den Damen. Es liegt definitiv nicht am Salon, in anderen Salons ist es auch nicht anders. Habe schon alles ausprobiert. Die Damen können wirklich nichts dafür. Aber, aber - na gut ich muss es auf den Punkt bringen:

Es hat einfach zuviel Östrogene in einem Frisörsalon! So jetzt ist es raus.

Wie bereits schon erwähnt: Ich gehe gern zu meinem Frisör. Es ist herrlich entspannend, auf einem gediegenen Frisörstuhl zu sitzen und den immer gleichen Diskussionen zu lauschen. Aber ich würde mich nie getrauen, mich in so eine Diskussion einzumischen, ist doch die Frauenquote in einem Frisörsalon erschlagend hoch. Ein falsches Wort von mir, und 5 Minuten später wüsste zumindest die Damenwelt von meinem Sensibilitätsdefizit bei Frauenthemen. Dafür bin ich dann aber nach einer tapfer ertragenen Frisör-Sitzung zertifizierter Profi in Mode-, Kindererziehungs-, Hochzeitsarrangements-, Schönheitsoperationen- und Styling-Fragen. Selbstredend kenne ich mich dann auch bei den neusten Frisuren aus und weiss nebenbei auch gleich noch wer mit wem zusammen ist und wer Schluss gemacht hat. Tolle Sache - aber eben zuviel Österogene.


Nun, ich will nicht jammern. Aber ich hätte da mal eine Frage: Warum gibt es keine Frisörsalons in denen das Verhältnis andersrum ist? Ein Frisörsalon wo stapelweise Playboy- und Penthouse-Hefte rumliegen und Fachliteratur zu Tuningfragen und Hotrods zur Standardlektüre gehören. Warum gibt es keinen Frisörsalon wo ich mich mit anderen Kunden in Online-Games messen kann, auf Monitore alle Fussballzusammenfassungen der vergangenen Woche laufen und aus den Boxen derbe Rockmusik dröhnt. Gerne möchte ich mich mit einem männlichen Frisör über die neusten Gadgets und Apps unterhalten und auch den neusten Klatsch aus dem Singelmarkt austauschen. Warum gibt es das nicht?
 

Nun, vielleicht habt ihr ja Tipps. Aber ich bin mir bewusst, dass sich das nie ändern wird. Gerade so gut kann ich darauf warten, dass die Aare aufwärts fliesst. Deshalb gehe ich auch in Zukunft gerne zu meinen lieben Frisösen. Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch.

Macht was draus, ich kann mich nicht um alles kümmern.


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist

Markus

Freitag, 15. Januar 2016

Die Rettung der Skiregionen

Wir alle wissen es: Der Schweizer Schneetourismus ist brutal in der Krise. Allein diese Weihnachten verzeichneten die Skiregionen minus 30 Prozent Übernachtungen.
 
In der Vergangenheit waren die Weihnachtsferien die Cash-Cows der Skiregionen. Über die Feiertage wurden die Touristen nach allen Regeln der Kunst gemolken - jedenfalls deren Portemonnaies. In der tief verschneiten, idyllischen Heidiwelt wurde dies nur zu gerne in Kauf genommen. Hauptsache man bekam noch ein Zimmer.
Aber der Klimawandel machte auch in den Bergen nicht halt und es war in den letzten Jahren an Weihnachten weder verschneit noch idyllisch. Es war eher braun, viel zu warm und verregnet. Jetzt geht es den Skiregionen ums nackte Überleben. Da muss was passieren.


Wir sind in einem Zeitalter angelangt, wo man nicht mehr mit Vernunft argumentiert sondern mit Wirtschaftsfaktoren. Damit sind der Erhalt von Rendite und Arbeitsplätzen gemeint. Diesen beiden Prioritäten wird alles untergeordnet. Das ist verständlich, denn jedermann muss ja seine Rechnungen Ende Monat bezahlen.

Nun gibt es zwei Arten wie wir das Problem lösen können:
- Die Griechische: Wir bezahlen die Rechnungen einfach nicht mehr
- Die Innovative: Wir lassen uns etwas ganz Neues einfallen


Ich bin für die innovative Variante. Die Griechische Methode gibt es schon und wird zu genüge nachgeahmt.


Nun, es ist normal, dass jeder sofort nach innovativen Lösungen schreit, wenn er mit seinem Latein am Ende ist. Aber wirkliche Innovationen steuert keiner bei. Okay, der Flaschengeist, wäre nicht der Flaschengeist, wenn er nicht bereits eine bestechende Innovation in petto hätte.


Aber zuerst einmal: Was ist überhaupt Innovation? Innovation heisst „Erneuerung“.
„Die Innovation ist ein willentlicher und gezielter Veränderungsprozess hin zu etwas Erstmaligem das Wirtschaft und Gesellschaft wandelt“.

 
Jeder von uns spürt, dass unser Winter etwas Neues braucht. Eine Innovation die alles bisher dagewesene verändert und vergessen macht. Damit sind nicht etwa noch mehr Schneekanonen oder Skilifte gemeint.


Das Problem: An Weihnachten hat es zu wenig Schnee! Der Schnee kommt immer zu spät. Erst wenn die Weihnachtsferien schon vorbei sind.


Die Lösung: Wir wechseln von unserem Gregorianischen Kalender zum Julianischen Kalender. So wie ihn die Orthodoxe Ostkirche anwendet.


Gemäss dem Julianischen Kalender ist Weihnachten nämlich am 7. Januar!!
Voilà, damit hätten die Skiregionen 2 Wochen gewonnen und mehr als genug Schnee.


Innovationen sind immer bestechend einfach. Wir müssten nur administrativ unseren Kalender neu organisieren und schon wären alle Probleme für Wirtschaft und Gesellschaft gelöst. Und für die Kirchen sollte das wirklich kein Problem darstellen. Der Julianische Kalender wurde von Julius Caesar vor über 2000 Jahren eingeführt. Seither wird gestritten und das können die Kirchen ja besonders gut.


Für mich ist der Fall klar: Der Beweis, dass Julius Caesar gelebt hat, ist erbracht und verbrieft. Die Sagen und Ranken um klein Jesulein werden hingegen eine kleine Kalenderkorrektur zum Wohle der Skiregionen ertragen können. Die Schneesport-Industrie dankts auf alle Fälle. Ein kleiner Schritt für’s Christentum ein grosser Schritt für die Menschheit.


In diesem Sinne: Stellt Eure Agenda auf den Julianische Kalender um und rettet damit die Skiregionen!


Schönes Weekend
Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist

Markus