Freitag, 19. September 2014

Das Solothurner Nachtleben am Scheideweg

Heute berichte ich mal über was, was es gar nicht gibt. Das wäre also so etwas wie Science Fiction, Fantasy oder ein Gebrüder Grimm Märchen. Nun, ganz so schlimm ist es nicht. Es hat schon einen funken Wahrheit - so wie alle Märchen, die haben auch immer einen wahren Kern. Aber eben: Man muss ihn finden.

Genauso verhält es sich mit dem Solothurner Nachtleben. Seitdem der einzige echte und wahre Solothurner Club von den Veranstalungseiten von "Partyguide", "Freak", "Eventbooster" und "20minuten" verschwunden ist und die Beobachtungslisten vom AWA, Stadt- und Kantonspolizei, Lebensmittelkontrolle und Feuerpolizei eine gähnende Lücke aufweisen, ist es in Solothurn richtig ruhig und langweilig geworden. Ja zweifellos, das Fehlen vom ELEVEN merkt man. Ob man Lover oder Hater ist - jeder im paarungsfähigen Alter realisiert, dass da ein Vakuum entstanden ist. 


Die Kantonshauptstadt hat keinen Club mehr! 

Das ist eine bittere Tatsache. Und nichts scheint diese Lücke ausfüllen zu können. Klar, wir haben das Kofmehl, eine wunderbare Konzertlocation oder das Volkshaus das sporadisch versucht im Säali Partystimmung aufkommen zu lassen, das Solheure sowie noch 2-3 coole Szenebeizen die im Sommer mit Jams und Outdoorbonus am Landhausquai ein Hauch „savoir vivre“ aufkommen lassen.
Aber täuscht euch nicht, der nächste Winter kommt bestimmt und dann wird in Solothurn die Ausgeh-Eiszeit reinbrechen.



Städte wie Zürich, Bern, St. Gallen oder Lausanne verkraften ohne weiteres den Verlust eines Clubs. Dort gibt es duzende Clubs und hunderte In-Treffpunkte. Dort verlagert sich halt die Gästeschar einfach in andere Locations. In Solothurn geht das nicht. Wir müssen zähneknirschend erkennen: „In Solothurn gibt es keine Alternativen“! Keine Hilfe, nur Kopfschütteln.

In der kleinen Ambassadorenstadt ist sich die überwältigende Mehrheit einig:

  • Es braucht einen neuen Club
  • Das ELEVEN fehlt, ob man persönlich dort war oder nicht
  • Es müsste doch möglich sein einen Club zu eröffnen
  • Solothurn schläft ein ohne Club
  • Wohin soll denn jetzt das Ausgehvolk?
Diese Meinungen sind eindeutig. Doch leider ist das Ganze nicht so einfach. Soviel sei von Insidern verraten:

Die Macher des ELEVENS sind seit 3 Jahren intensiv auf der Suche nach einer neuen Location. Jedes noch so kleine Kellerabteil oder Besenkammer ist ihnen bekannt. Bei den Vermietern oder Verkäufern von potentiellen Liegenschaften waren die ELEVEN-Macher jeweils mehrfach vorstellig - man kennt sich inzwischen - aber leider immer ohne Erfolg.

Es ist Jedermann sein gutes Recht eine Liegenschaft zu vermieten oder eben auch nicht. Falls sie nicht an einen Kulturveranstalter (wahlweise auch Partyveranstalter genannt) vermietet wird, kann ich das ja noch irgendwie nachvollziehen.

Eigenartig ist aber, dass auf Immoscout sind Zehntausende Quadratmeter in Solothurn und Umgebung zu vermieten sind - aber niemandem erhält den Zuschlag. Viele dieser Liegenschaften sind Dauerbrenner und bereits 5 oder mehr Jahre auf der „Suche“ nach Mieter oder Käufer. Das ist eigenartig und ich wage zu behaupten, dass es anscheinend rentabler ist, eine Liegenschaft leerstehen zu lassen, als sie zu vermieten...?!

Die Macher vom ELEVEN sind weiss Gott nicht die Einzigen, die versuchen eine Location in Solothurn oder Umgebung aufzumachen. Geschafft hat es bisher noch keiner. Auch wenn das ELEVEN einen tadellosen Leumund hat, genutzt hat es  nicht. Auch der Stadt, Gemeinden, Behörden und Ämter sind offensichtlich die Hände gebunden. Ausser aufmunternden Sprüchen und der Bekräftigung, dass es ein ELEVEN brauche, gibt es keine zugeworfene Strohhalme.

Tja, so stehen die Macher vom ELEVEN also da und wollen Solothurn unbedingt etwas Kultur zurückgeben und hoffen weiterhin, das ein Patron oder ein Konzern mal seine Mühlen in Gang setzt, 2-7 Hierarchiestufen auslässt und einen mutigen Entscheid fällt: Solothurn braucht Nachtleben und Kultur.

ELEVEN - Ihr braucht uns / Wir brauchen euch!!


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus

Freitag, 12. September 2014

Camel-Toe

Der sogenannte Sommer ist nun endlich vorbei und wir können wieder offiziell von Herbst reden. Ja, die vergangene Jahreszeit hatte von Beginn weg die Tendenz zum Herbst. Aber egal, vorbei ist vorbei, reden wir nicht mehr drüber. Ist Schnee von gestern.

Bin ich froh, lassen die Badeanstalten das Wasser wieder aus den Bassins. So kommt auch auch keine holde Weiblichkeit mehr in Versuchung, ihren neuen knackigen Bikini zu präsentieren. Besser so. Denn das heutige Thema wird mal wieder die Gemüter hochkochen lassen und zu heftigen Diskussionen führen. Also nicht, dass ihr jetzt meint, ich sei daran schuld. Mir gefällt es selbstverständlich.
Nein, wie immer sind die Amerikaner schuld. Besser gesagt: Zwei Amerikanerinnen.

Christy Sugrue and Kelly Heyniger haben mal wieder, wie es typisch für Amerikaner ist, das total Überflüssige erfunden. Die schaffen es sogar, dort wo es nichts mehr zu erfinden gibt, etwas zu erfinden. Ein Bikini ist bekanntlich dafür da, mehr Körper zu verhüllen als nicht. Ein Bikini besteht aus ein paar Quadratzentimer Erotic und fertig. Was kann man dem noch hinzufügen?? Aber Christy und Kelly haben das Unmögliche geschafft und haben den „Cuchini“ erfunden. Ähhh, Cuchini?? Was ist denn das nu?

Die amerikanische Definition für einen Cuchini ist:

„The Cuchini is a device designed to prevent camel-toe“.

Was heisst nun das wieder? Okay, hier kommt für alle Mitleser die nur „Fuck, Bitch, Police und Gangster“ verstehen,  die Übersetzung:

  • „The Cuchini“ ist eine Wortschöpfung also ein Eigenname
  • „Device“ bedeutet „Gerät“
  • „Prevent“ ist ein Verb also ein „Tuwort“ und bedeutet „verhindern“
  • „Camel-Toe" heisst „Kamel-Zehe“
Nun hängen wir alle übersetzten Wörter zusammen und bilden einen vollständigen Satz. Der könnte wie folgt lauten: „Der Chuchini ist ein Gerät, das Kamel-Zehen verhindert“. Alles klar? Nix verstanden?

Gut, man muss natürlich noch wissen was Camel-Toe umgangssprachlich heisst. Das wird schon etwas schwieriger. Aber ich zitiere hier einfach mal Wikipedia, damit nicht ich der Verdorbenheit beschuldigt werde.

Cameltoe oder auch Camel Toe (englisch wörtlich für "Kamelzehe") bezeichnet in der amerikanischen Umgangssprache die Verformung der Kleidung im Schritt bei Frauen, die bei sehr eng getragener Kleidung auftreten kann und einem "W" gleicht.



So, nun wäre auch das geklärt und wir alle sind ein kleines Stück weiser.

Da haben Christy und Kelly mit ihrer Slipeinlage einen echten Coup gelandet. Sowas braucht gemäss diesen beiden Damen nämlich jede Frau, die sich nicht schon der Religion wegen komplett verhüllt.

Nun kommt was ja in so einem Fall kommen muss: Wozu das denn? Das ist doch Natur pur! Brauchen die Damen bald auch einen "Device“ um ihre Brüste zu verhüllen? Oder ein Brett damit man ihren wundervollen Booty (Hintern) nicht sieht. Das wäre dann der "Elephant-Toe".

Mir graut schon davor. Wozu dienen denn die ganzen Silikon-Implantate? Silikon vorne, hinten, am Bauch, überall. Sogar Männer sollen immer häufiger zu Implantaten greifen, wenn die Resultate im Fitnesscenter nicht denen von den "Fit Shredded Vikings" entsprechen.

Apropos Männer - müssen wir jetzt alle einen "Glöggeler" tragen? "Glöggeler" ist berndeutsche Umgangssprache und heisst: "Ein Tiefschutz für den männlichen Genitalbereich". Ne, da stehe ich lieber zu meiner Beule in der Hose.


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus

Freitag, 5. September 2014

Scrollen

Zwischendurch geht es selbst im Leben eines Flaschengeistes mal ruhig zu und her. Dann sitze ich einfach da und gucke Löcher in die Luft. Wobei heutzutage muss man wohl eher sagen, gucke ich Pixels aus dem Display oder anders formuliert: Scrolle mir den Finger wund.

Ja also eben, ich sitze so da und scrolle. Der Sonnenuntergang ist wunderschön und malerisch - ich hab ihn schon 5 mal fotografiert und gepostet, aber leider keine Likes bekommen. Also scrolle ich halt weiter. Meine Augenmuskeln müssen sich nicht mal mehr bewegen - sie starren nur noch auf die 960 x 640 Pixelfläche, die sich ständig wunderschön in Farben und Anordnung ändert. Ich scrolle so im totalen Nonsens herum und fühle mich immer leerer, gelangweilter und unglücklicher. Meine Quintessenz: Scrollen macht unglücklich!


Also lege ich den Pixelhaufen zur Seite und atme mal tief durch. Frische Luft und Sonnenuntergang durchfluten mein trübes Hirn. Meine grauen Hirnzellen verfärben sich wie der Abendhimmel von einem anfänglichen Grau zu einem zarten Rosa bis hin zu einer glutroten Himmelsexplosion. Endlich ist mein Denkmuskel auf Betriebstemperatur. Ahhh, was  waren das eben für Topnews aus der Pixelwelt? Da hab ich doch völlig sinnentleert zur Kenntnis genommen, dass die ständige Schweizer Wohnbevölkerung letztes Jahr - das ist 2014 minus 1 - um sage und schreibe 100’000 Personen auf 8.14 Millionen gewachsen ist! Wow, Wahnsinn! Das geht ab in der Schweiz.

Und plötzlich geht ein Film in meinem zartrosa Hirn ab:

  • 100’000 Personen, sagen wir mal immer 4 Personen pro Haushalt, dann wären das Plus 25’000 Wohnungen oder Häuser
In meinem Hirn dreht es weiter:

  • In der Schweiz gibt es sage und schreibe 2’352 Gemeinden. Somit wären wir um 4 Gemeinden gewachsen.
  • Bei einem Plus von 100’000 Personen würde ich schätzen, dass jetzt ungefähr 50’000 Autos mehr unsere Strassen verstopfen. Aber effektiv sind letztes Jahr 1.6% mehr Autos in Verkehr gesetzt worden. Das ein Plus von 89’000 Autos. Wahnsinn!
Nun ist mein armes Hirn nicht mehr zu stoppen:

  • Tatsache ist, dass die Schweiz eine ungebremste Popularität geniesst.
  • Ich scrolle in meinem Hirn 10 Jahre vorwärts.
  • Die Schweiz wird 9.14 Millionen Einwohner haben und 1 Million mehr Autos. Jaaaaa, da wird es mir leicht drümmlig…!
Ich träume bei diesem tollen Sonnenuntergang einfach weiter:

Die Schweiz hat alles richtig gemacht. Wir haben rechtzeitig unsere Strassen und öffentliche Verkehrsmittel für ein Plus von 1 Million Bewohner ausgebaut. Auch an die Infrastruktur wie genügend Spitäler, Altersheime, Universitäten, Kindertagesstätten, Arbeitsplätze und Freizeitmöglichkeiten wie Clubs, Kinos und Theater wurde rechtzeitig gedacht und ausgebaut.

Die Schweiz ist einfach super!

Shit, da bin ich wohl kurz eingenickt. Kein Wunder bei diesem tollen Sonnenuntergang. Aber schön war er der Traum. Jetzt müssen nur noch die Politiker aufwachen!


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche

Euer Flaschengeist - in einem Meer aus Spucke
Markus