Freitag, 13. Juni 2014

In Memoria

Ja, das verflixte 7. Jahr! Es hat wohl was, dass man im 7. Jahr hart auf die Probe gestellt wird. Egal - ich kämpfe. Unsere Beziehung ist mir wichtig. Ich habe in diese Beziehung investiert und so schnell gebe ich nicht auf.
Ja ich erinnere mich noch gut zurück. War es Liebe auf den ersten Blick? Nein, das war es ganz bestimmt nicht. Lange haben wir einander umkreist wie Hund und Katz, haben nicht gewusst ob wir Reissaus nehmen sollen, mit dem Mut des Verzweifelten angreifen oder eine Vernunftbeziehung eingehen sollen.

Nein, ein Quicki war das wirklich nicht. Zwei Jahre haben wir uns beschnuppert, bis es endlich offiziell wurde:
Das DEEP UNDERGROUND und das 2ND FRIDAY gehen eine Partnerschaft ein. Ganz langsam, mit viel Gefühl, Kreativität und ganz viel Ehrgeiz sind wir Macher die Beziehung angegangen. Aus dieser magischen Beziehung ist dann das ELEVEN entsprungen. Aber schon, nach nicht einmal 2 Jahren, mussten wir schmerzlich mitteilen, dass eines unserer Kinder ganz still und heimlich während der Sommerpause von uns gegangen war: Den Todesstoss hat es hinterrücks von den Vermietern erhalten. Die Vermieter hatten den Vertrag mit dem Kultclub DEEP UNDERGROUND über Nacht gekündet. Aus und Vorbei. Heute ist diese Kultstätte ein Gerümpellager und Archiv und Solothurn hat einen Publikumsmagneten weniger.

Tja und wie es in jeder Beziehung so ist, haben wir uns dann umso intensiver um unser verbliebenes Baby gekümmert - das ELEVEN. Sieben Jahre lang ist es gediehen und gewachsen, ist richtig gross geworden. Der Ruf des ELEVEN wird zwischen Bern und Zürich ganz deutlich gehört, so kräftig und selbstsicher ist seine Stimme geworden.


Doch auch bei unserem verbliebenen Baby, dem ELEVEN, wurde vor 3 Jahren eine unheilbare Krankheit diagnostiziert - Ein Geschwür im Endstadium. Der Fachbegriff für die unheilbare Krankheit heisst: „Cras amet tenens“ was soviel heisst wie: „Der Club passt nicht mehr zur zukünftigen Mieterstruktur“. Welche zukünftige Mieterstruktur da gemeint ist, entzieht sich unseren Kenntnissen und hat uns auch nicht zu kümmern. Diagnose ist Diagnose. Wer hört schon gerne die Wahrheit wenn sie schmerzt?

Dieses Wochenende gehen also auch beim letzten Solothurner Club die Lichter aus. Das ELEVEN wird nicht mehr sein wie es heute war. Ein düsteres Tal wird sich vor uns auftun und der Weg hindurch wird steinig und dornig sein. Aber wir werden ihn beschreiten, denn welche Eltern lassen schon ihre Kinder im Stich? Das Jammertal wird sich vor uns auftun und wir werden den Weg wieder hinaus finden. Es gibt nie nur einen Weg. Es gibt immer Kreuzungen mit neuen Richtungen. Und wegweisend waren wir schon immer.

Also werden wir dieses Wochenende feiern als gäbe es kein Morgen mehr. Wir werden nichts bereuen. Jedes Ende ist automatisch der Anfang von etwas Neuem. Wir freuen uns auf das Neue, auf das Ungewisse. Wir freuen uns, dass wir mit der Kraft einer Löwenmutter die nichts zu verlieren hat, für ein neues ELEVEN kämpfen dürfen. Der Übergang wird nicht naht- und spurlos sein. Aber keine Angst, ab September sind wir wieder für Euch da. Lasst Euch überraschen.

Die Eltern Markus & Olcay

ELEVEN - We love You!


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus

Freitag, 6. Juni 2014

Weisse Tauben

Hallo, ja ihr da draussen, wenn ihr euch mal von den Bildschirmen und Handys erhebt und nach draussen geht, dann könnt ihr mit etwas Glück am Sonntag vielleicht eine weisse Taube sehen. Wer als Erster eine weisse Taube sieht, hat gewonnen!

Und wer diese weisse Taube sieht (bitte nicht mit dem weissen Hasen verwechseln), der hat noch viel mehr gesehen als nur eine weisse Taube. Wer die weisse Taube am Sonntag sieht, hat den Schlüssel zum Leben und Tot, zum Hier und Dort, zu Liebe und Krieg entdeckt. Die weisse Taube ist das Symbol für den heiligen Geist.

Oh Mann, und was ist nun wieder der Heilige Geist? Bisher bin ich immer nur diesen leckeren Himbeergeist-Pralinen begegnet.

Also Pfingsten heisst das Fest, wenn der Heilige Geist kommt, respektive die weisse Taube. Die Krux dabei ist, dass man wissen muss, dass Pfingsten 50 Tage nach Ostern ist. Und Ostern ist wiederum das Fest mit den farbigen Eiern und den lustigen Hasen. Da wir alle wissen, dass Hühner und Hasen keine farbigen Eier legen (und weisse Eier auch ganz schön langweilig sind) kommen die Tauben ins Spiel. Die Tauben sind das Symbol für den Heiligen Geist. Der Heilige Geist hat sich angeblich vor genau 2014 Jahren durch ein mächtiges Rauschen in der Luft bemerkbar gemacht. Allen Partipipel die damals an dem Fest waren, wurde es plötzlich ganz Sturm in der Birne und sie redeten wirres Zeugs, das ein jeder Verstand. Diese Symptome (nicht Symbole - wobei doch der weisse Hase…) lassen eindeutig einen ungesunden Konsum von irgendwelchen Rauschmittel erkennen. Ich tippe da mal auf Lysergsäurediethylamid, kurz auch LSD gennant. Die Partipipel, sie nannten sich „Jünger“, hatten damals eindeutig Unfug mit LSD getrieben.


Wir kennen es aus eigener Erfahrung: Wenn erst einmal der Rausch einsetzt, dann macht der Mensch immer lustige Sachen. An dieser Stelle ist auch gleich die Herkunft des Wortes „Rausch“ erklärt: Die Jünger hörten ein „mächtiges Rauschen“, wie wenn ein Sturm vom Himmel herabweht. Fortan, und das seit mindestens Zweitausendundvierzehn Jahren, wird so ein Suff mit leichten Vergiftungserscheinungen „Rausch“ genannt.

Also, nun hatten diese Jünger ihren Rausch und haben plötzlich weisse Hasen und weisse Tauben gesehen. Auch haben sie miteinander lustiges Zeugs geredet und furchtbar gelacht. Wer nüchtern dabei gewesen wäre, hätte den Kopf geschüttelt von alledem nicht ein Wort verstanden und folglich auch nichts zu lachen gehabt. Alle waren an diesem Fest gut drauf und ein Volk von einig Brüdern. Sie haben sich gegenseitig auf die Schultern geklopft und ewige Liebe versprochen und munter weitergesoffen.

Den Jüngern ging es auch trotz weisser Taube am nächsten Tag nicht anders als einem anderen Zechbruder: Man hatte Kopfweh, Sehbeschwerden, noch immer ein leichtes Rauschen in den Ohren und sonstige Sinnestrübungen. Die Jünger erinnerten sich noch vage an den lustigen Abend und das sie alle geredet und geredet hatten, dass sich alle miteinander prima verstanden und dass man sich brüderlich in den Armen gelegen ist.
Warum? Das wussten sie am nächsten Morgen auch nicht mehr. Aber das Fest war so hirnrissig gut, dass sie beschlossen, jedes Jahr ein Revival zu machen.

Auch dieses Jahr gibt es wieder ein Revival, wo wir den Tauben, Hasen, dem Sturm und der ewigen Liebe gedenken. Natürlich wird auch heuer das Fest wieder weltweit mit Unmengen von Lustigmachern begangen.

In diesem Sinne - keine Macht den Drogen!


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus