Freitag, 1. Dezember 2017

Die Absolution

Ha, ich hab‘s doch schon immer gewusst oder zumindest ganz tief in meinem Innersten geahnt. Es kann schliesslich nicht die halbe Menschheit falsch liegen. Und mit der halben Menschheit ist immerhin der maskuline Teil der Schöpfung gemeint. Natürlich, Differenzen wird es immer zwischen Männlein und Weiblein geben. Aber wenigstens in einem Punkt schafft nun eine wissenschaftliche Studie der Universität Erlangen-Nürnberg ein für allemal Klarheit. 

Liebe Frauen: Diese wissenschaftliche Studie hat es zutage gebracht. Der Beweis wurde erbracht. Mit Doppelblindtest, Verifizierung und allem nötigen Pipapo. Das Resultat ist diskussionslos - Ende der Durchsage. Spart euch eure Rhetorik für die Farbdefinitionen von Lippenstift oder Nagellack - wir werden euch immer rechtgeben (alles andere wäre sowieso aussichtslos). Gerne stellen wir uns auch der Frage, warum plötzlich jede Frau unbedingt einen knallgelben Regenmantel ihr eigen nennen muss? Ohne diesen lächerlichen Ölmantel, den man auch „Ostfriesennerz“ nennt, scheint seit geraumer Zeit das Selbstwertgefühl der Damen einer Kardeshian mit gesperrtem Instagram-Account gleichzukommen. Ich stelle mir da echt die Frage: War da zuerst das miese Remake von Steven Kings „Es“ mit dem Buben im gelben Regenmantel oder war es wirklich nötig, dass die Kostümdesignerin auch diesem modischen Alptraum folgen musste? Egal, wir werden es nie herausfinden, aber wir werden es akzeptieren. 

Es gibt einige erstaunliche Tatsachen, die wir Männer gerne als Binsenweisheit oder Klischee abgetan haben, uns aber mittlerweile eines Besseren belehren lassen mussten. So im Sinne: „Alles klar, Schokolade macht glücklich - nimm noch eine Reihe...“. Inzwischen wurde bewiesen, dass beim Genuss von Schoggi der Neurotransmitter „Dopamin“ für das Glücksgefühl verantwortlich ist. Liebe Frauen: Wir werden nicht immer eure Gefühlsschwankungen verstehen, aber wir akzeptieren von nun an euren unerklärlichen Schokoladenkonsum.

Und jetzt liebe Frauen seid stark! Denn auch ihr müsst in Zukunft eine Tatsache bei uns Männern akzeptieren, die wir euch bisher immer etwas hilflos, zu erklären versucht haben. Unsere Erklärungen waren mehr so aus dem hohlen Bauch heraus. Wir hatten es immer geahnt, aber nicht gewusst. Aber hier kommt nun der Beweis von der Universität Erlangen-Nürnberg und es kommt einer Absolution gleich: 


Bier macht glücklich!

Jetzt ist es raus. So einfach ist es. Liebe Frauen akzeptiert es, die Hälfte der Menschheit kann nicht falsch liegen.

Ähnlich wie bei der Schoggi dockt der Stoff „Hordenin“ am sogenannten Dopamin-D2-Rezeptor an und aktiviert ihn. Hordenin aktiviert also unser Belohnungszentrum und macht uns glücklich. Man merke: Wir trinken das Bier nicht des Alkohol Willens, sondern wegen dem Hordenin im Gerstenmalz.

In diesem Sinne: Prost und schönes Wochenende.

Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus


Sonntag, 5. November 2017

Solothurn am Scheidepunkt

Der Flaschengeist regt sich wieder - und wie! Es hebt ihm beinahe den Deckel von der Wunderlampe und wehe dem, wenn der Gini befreit wird.

Der Flaschengeist muss sich Luft verschaffen, denn es ist gar eng und miefig in seinem Korsett geworden. Genau dies haben sich wohl auch die Solothurner Oberen gedacht, als sie der Stadt ein Leitbild verpasst haben. Mit einem Leitbild werden Leitplanken geschaffen. (Anmerkung: Planken sind bekanntlich unbiegsame Begrenzungen, die jeglicher, von aussen gewollten, Verformung standhalten sollen) Aber immerhin: Das Leitbild gibt Solothurn ein Profil.


Und von diesem Leitbild, dass der Solothurner Gemeinderat im Juni verabschiedet hatte, hat bisher kaum jemand etwas gehört geschweige den gespürt. Spielt auch keine Rolle - denn die Fremdsicht ist entscheidend. Und der Tagi hat mit seinem Artikel vom 1. Oktober ziemlich klar aufgezeigt, was man so über Solothurn denkt.
Gut, tief durchatmen Gini. Das ist alles nur halb so schlimm. Denn gut Ding will Weile haben. Und es ist tatsächlich so, wenn man dem Solothurner Leitbild Glauben schenken darf. Solothurn wappnet sich zumindest auf dem Papier für die Zukunft. Das Solothurner Stimmvolk hatte im August mit grosser Mehrheit diesem Leitbild zugestimmt. Und das will was heissen. Nämlich: Da spucken sich jetzt die Solothurner in die Hände und packt es an… ähm ja, oder so ähnlich…



Hier ein kleiner Auszug aus dem Solothurner Leitbild (kann alles Hier nachgelesen werden):


 Die 18 Leitgedanken des Stadtentwicklungskonzeptes:

«Solothurn übernimmt eine aktive Rolle als regionales Zentrum»
Der Flaschengeist findet: Super, endlich mal eine Lippenbekenntnis. Wie aber soll die „aktive“ Rolle denn aussehen? Wer wird da „aktiv“?

 
«Solothurn nutzt Kultur als integrierendes Element in der Stadtregion»
Der Flaschengeist findet: Logo Mann! Brot und Spiele haben schon immer verbunden. Cooles Fussballstadion haben wir und auch die Solothurner Clubs sind einmalig - ach ja, der letzt Club musste ja vor 3.5 Jahren schliessen und alle Anfragen bei der Stadt waren leider, leider fruchtlos. Es gibt halt keine geeigneten Räumlichkeiten in Solothurn. Ja, und wo bitte soll denn Kultur stattfinden?

 
«Solothurn investiert in städtische Angebote­ und­ schafft­ gute­ Rahmenbedingungen für Unternehmen in der Region»
Der Flaschengeist findet: Löblicher Ansatz. Wie sollen diese „guten“ Rahmenbedingungen denn aussehen? Zum Beispiel so, dass jedes Gastrounternehmen ein Baugesuch für verlängerte Öffnungszeiten stellen muss?

 
«Solothurn vereinfacht das Kombinieren von Mobilität»
Der Flaschengeist findet: Die BSU ist eine Aktiengesellschaft, die SBB ein Nationales Unternehmen, das Bipperlisi ist ebenfalls eine AG und ein überregionales Unternehmen. Bleibt noch der Fussgänger und Velofahrer. Und ja: Solothurn ist velofreundlich!

 
«Solothurn­ schafft­ Versorgungsmöglich­keiten im Quartier»
Der Flaschengeist stöhnt: Ja genau. Dort wo das ehemalige Kofmehl stand und seit 15 Jahren das Coop-Quartierlädeli hin soll, versteht es ein einzelner Mensch diesen Neubau 15 Jahre lang zu verzögern. Bravo!

 
«Solothurn unterstützt Selbstbestimmung und­ schafft­ Raum­ für­ Jung­ und­ Alt»
Der Flaschengeist meint: Die Selbstbestimmung hört in Solothurn werktags um 23.30 Uhr und am Wochenende um 00.30 Uhr auf.

 
«Solothurn wird zum optimalen Bildungsraum»
Der Flaschengeist findet: Mit soviel Medizinaltechnik auf engstem Raum, stünde Solothurn eine zweckdienliche Hochschule sehr gut.

 
«Solothurn erleichtert die Integration für zuziehende erwerbstätige ausländische Familien»
Der Flaschengeist weiss: Integration findet draussen im Leben statt - also auf den Sportplätzen und in den Kulturlokalen. Mehr davon!

 
«Solothurn­ pflegt­ lokale­ KMU­ und die unternehmensnahe Ausbildung mit Lehrstellen»
Der Flaschengeist findet: KMUs stiften Identifikation und sind das Rückgrat der Gesellschaft.

 
«Solothurn entwickelt sich als Kongress- und Kulturstadt weiter»
Aha, der Flaschengeist ist erstaunt: Da sollte Solothurn aber die Rahmenbedingungen etwas lockern. Solothurn glänzt nicht gerade mit Gastfreundschaft.

 
«Solothurn­ pflegt­ die­  Kulturstadt­ mit ­grossstädtischem und vielfältigem Angebot»
Der Flaschengeist frohlockt: Dann sollte einem Clubangebot nichts mehr im Wege stehen!

 
«Solothurn verführt seine Gäste, mindestens eine Nacht in der Stadt zu verbringen»
Der Flaschengeist traurig: Dann sollten aber gewisse Solothurner Hoteliers nicht die städtischen Bemühungen torpedieren, das Event- und Kulturangebot auszudehnen.

 
«Solothurn setzt auf einfach zugängliche Bewegungsräume für freizeitsportliche Aktivitäten»
Der Flaschengeist findet: Bewegung ist super. Stillstand ist der Anfang vom Ende.

 
«Solothurn entwickelt sich durch eine qualitative­ Innenverdichtung­ und­ erhöht die Einwohnerdichte in gut erschlossenen Wohnquartieren»
Der Flaschengeist weiss: Mit einer Verdichtung wird es immer mehr Emissionen geben. Da muss auch jeder einzelne mehr Toleranz üben.

 
«Solothurn entwickelt sich als Kleinstadt mit urbanen Hotspots»
Der Flaschengeist jubelt: Urbane Hotspots in der Stadt hört sich super an. Aber Achtung: Solothurn ist keine Schlafstadt. Hotspots sind auch noch nach Ladenöffnungszeiten Hotspots und somit von vielen fröhlichen, lachenden Menschen bevölkert!

 
«Solothurn bietet Wohnraum für unterschiedliche Bedürfnisse»
Der Flaschengeist meint: Es hätte Lebensraum heissen sollen - nicht Wohnraum. Die Solothurner dürfen Wohnen/Leben nicht mit Schlafen gleichsetzen.

 
«Solothurn verbindet und erweitert niederschwellig nutzbare öffentliche Räume»
Der Flaschengeist fragt sich: Was sind niederschwellig nutzbare öffentliche Räume? Sind das für Schachturniere geeignete Plätze?

 
Also, zum Nachlesen steht der ganze Klimbim im Solothurner Leitbild. Aber ihr wisst ja: Alles Handeln entsteht in unseren Gedanken. So entstehen auch alle Grenzen in unseren Gedanken. Es wäre an der Zeit diese Grenzen niederzureissen und mit dem „Gäng wie Gäng“ aufzuhören. Solothurn steht vor der Entscheidung: Wird es vollends zur Schlafstadt oder zu einer Kleinstadt mit urbanen Hotspots! Schaut euch den Donnerstag Abend - den Abendverkauf - an! Praktisch tot! Akzeptieren wir dies oder tun wir etwas dagegen? Das Leitbild sollte uns ermutigen. Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass die politischen Parteien und Gremien sowie ausführenden Kommissionen das Leitbild auch proaktiv auslegen und anpacken werden. Verabschiedet euch heute noch von: „Es isch immer so gsi“.


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist 

Markus


Das "Wir-Gefühl" geht zu Ende

Die 40. Herbstmesse Solothurn HESO ist Geschichte. Das Fazit: Rundum zufriedene Menschen und innert 10 Messetagen hat sich ein wohliges „Wir-Gefühl“ eingestellt. Das ist auch ganz wichtig. Denn das verbindende, sich gut anfühlende, zufrieden machende „Wir-Gefühl“ muss ein Jahr lang anhalten. Mindestens aber bis zur nächsten HESO. Dazwischen ist in Solothurn eine lange und harte Durststrecke. Nur wenige Highlights vermögen in dieser Zeit, bei den nach Zerstreuung und Unterhaltung lechzenden Solothurnern, das komplette Abstumpfen zu verhindern.

Mit der Herbstmesse kommt der Herbst - sprich: Gefühlte 6 Monate, Trübsal, Nebel, Kälte und bestenfalls ein angedeuteter Winter. Da wird in Solothurn, der Kulturhauptstadt, nicht mehr viel los sein. Das Höchste der Gefühle wird für erwachsene Menschen die Wahl zwischen Netflix und Swisscom-TV sein. Wir werden wieder zu Zombies mutieren, bis wir uns dieses Kleid entweder an der Fasnacht definitiv überstülpen oder mit dem Frühlingserwachen abstreifen dürfen.

Ja, Solothurn bietet für erwachsene Menschen extrem wenig. Unsere Teenager haben da wenigstens nach das Kofmehl - dem sie mit 18 Jahren zwangsläufig auch entwachsen. An dieser Stelle darf ich natürlich das Oktoberfest Solothurn und die Biertage nicht unerwähnt lassen. Zusammen mit der Fasnacht und der HESO haben diese Events die schier unmögliche Aufgabe das Solothurner Partyleben aufrecht zu erhalten.
 
Sogar schon Zürich ist auf unser hausgemachtes Problem aufmerksam geworden und schreibt im Tagi: Mit dem neuen Wirtschafts- und Arbeitsgesetz hat das kantonale Parlament neulich sichergestellt, dass die Solothurner Jugend ihren gesellschaftlichen Lebensmittelpunkt weiterhin nach Basel, Bern oder Zürich verlegen wird“.

Wer keine Lust hat in Basel, Bern oder Zürich sein „Nachleben-Heil“ zu finden, der hat wenigstens noch seine Social-Media Accounts und Netflix. Soll mir einfach niemand kommen und behaupten, dass unsere Jugend selber schuld ist, dass sie abstumpft.

Zu einer attraktiven Stadt, die sich Heimat von namhaften Firmen wie Stryker, Mathys, Synthes, Biogen und Ypsomed nennt, gehört auch ein attraktives Nachtleben und zwar schnell, bevor alle vom Zombie-Virus befallen sind.

Aber Gott sei Dank naht das Oktoberfest Solothurn und gleich danach eine der letzten Parties im Solheure Barracuda - Relight my Fire. Das Solheure muss sich ja dann ab nächstem Jahr auch dem Regime „Lichterlöschen um 00.30 Uhr“ beugen.
Gute Nacht Solothurn - es wird ein langer und harter Winter.

Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche 
Euer Flaschengeist 
Markus

Samstag, 11. März 2017

Her mit den Franken 70.--

Jetzt könnte die Schweiz Geschichte schreiben. AHV-Erhöhung um Franken 70.—. Die Eierlegendewollmilchsau, das Ei des Kolumbus oder die Zerschlagung des „Gordischen Knoten“. Ja, mit diesen Franken 70.— könnte die Eidgenossenschaft Grosses bewirken. Endlich rollt Sisyphus den Stein bis auf den Gipfel und kann zufrieden ins grüne Tal blicken. Walterli wäre stolz auf Tell und die Beiden könnten sich eine weitere Kerbe in die Armbrust schnitzen. Was doch Franken 70.— bewirken könnten!

Stellt euch doch nur mal vor:

- Aufblühen der Schweizer Gastronomie
- Aktive Förderung der Dorfbeizen und der lokalen Lieferanten
- Stärkung der Dorfbeizen als Rückgrat der Gemeinschaft
- Steigender Kaffeekonsum
- Mehr Gipfeli
- Weniger Herzinfarkt
- Mehr Lachen
- Attraktives Dorfleben
- Belebte Treffpunkte
- Mehr Sozialleben
- Verminderte Altersvereinsamung
- Weniger Sozialfälle
- Regelmässige Bewegung im Alter - Stärkung der Pro Senectute
- Glücklichere Rentner
- Geförderte Integration
- Weniger Sozialkosten
- Weniger Gesundheitskosten
- Weniger Arbeitslose
- Weniger Konkurse


Egal - die Franken 70.-- bewirken mehr Gutes und weniger Schlechtes. So einfach ist die Rechnung.


Eierlegendewollmilchsau?
Was wäre zu tun? Müsste man für diese Lösung seine Seele dem Teufel verkaufen? Mitnichten. Die Lösung ist ganz einfach. Bei der Erhöhung der AHV verhält es sich wie beim Gordischen Knoten. Auf den ersten Blick sieht man nur die 2.3 Millionen AHV-Bezüger die monatlich Franken 70.— mehr Rente erhalten sollen. Das wäre nüchtern betrachtet ein ganz schöner Batzen. Also, wie bröselt man den Knoten auf, damit am Schluss alle glücklich sind? Man müsste die AHV-Erhöhung an eine klitzekleine Bedingung knüpfen:


Die Franken 70.— gibt es für alle Bezüger in personalisierten Gutscheinen für Kaffi & Gipfeli, gültig am Wohnort! Voilà, so einfach ist das.


Die Pensionierten kommen somit an die frische Luft, kurbeln das Geschäft im Dorf an, nehmen am sozialen Leben teil, geben ihr immensen Erfahrungen und ihr Wissen weiter, halten sich fit und beleben die Dorfkultur. Das wäre doch schön. Kaffi und Gipfeli schmecken besser als die bittere Pille der Einsamkeit.

Für die Schweiz würde das bedeuten: Mehr Gewerbe, weniger Arbeitslose, weniger Gesundheitskosten, mehr Kultur und unterm Strich: weniger Sozialkosten.


Also liebe Eidgenossenschaft, macht was draus. Ich kann mich nicht um alles kümmern.


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist Markus

Dienstag, 21. Februar 2017

Was hat er bloss getan?

Fasnacht steht vor der Tür. Fasnacht die fünfte Jahreszeit oder auch Karneval genannt. Das Wort "Karneval“ leitet sich aus dem lateinischen "Carne vale“ ab, was so viel heisst wie "Fleisch, leb wohl“. Womit auch jedem klar sein sollte, dass die Fasnacht mit ihren lauten Guggen und schaurig schönen Masken, den Winter vertreibt und die sechswöchige Fastenzeit bis Ostern einläutet. Also haut rein.

Während der Fasnacht übernehmen die Narrenzünfte das Zepter. Das geschieht mit der symbolischen "Schlüsselübergabe“ des Stadtpräsidenten an den Obernarren. Während der Fasnacht gilt daher auch das "Narrenrecht“. Das ist ein fantastisches Brauchtum. Denn dann darf sich nämlich das Volk mittels Masken, Kostümen oder Schnitzelbänken, pointiert, oft ironisch oder auch in sarkastischer Weise über Ereignisse oder Personen lustig machen. An der Fasnacht bekommen so einige Persönlichkeiten ihr Fett weg. Ich empfehle in Solothurn unbedingt das "Höflisingen“ zu besuchen. Lacher sind garantiert.

Die Fasnacht ist ein Ventil und wird in der heutigen Zeit der Überregulierung und des politischen Abstumpfens immer wichtiger.

Früher gab es aber ein fast noch wichtigeres Instrument, es den Obrigkeiten aus Kirche und Staat, auf eine feine subtile Art und Weise heimzuzahlen. Leider ist das in der heutigen Zeit völlig in Vergessenheit geraten und es wäre eventuell wieder an der Zeit diese Idee aufzunehmen.

Die Rede ist von den Figuren und Statuen an Kirchen und öffentlichen Gebäuden.

Einerseits sind dies die bekannten, symbolhaften Heiligenstatuen und Engelsfiguren oder auch die Darstellung von Ritter und Ratsherren. Immer wieder findet man aber auch Dämonenfiguren an den Gebäuden. Die Dämonenfiguren oder auch „Gargoyles“ genannt, dienten als Wasserspeier. Diese Wasserspeier wurden oft mit schrecklichen animalischen Körper dargestellt und sollten das Böse fern halten. Oft wurde aber auch so einer Kreatur das Anlitz einer lebenden Person verpasst. Dies um es ihr heimzuzahlen.

Im 13. Jahrhundert lebte Konrad von Hochstade. Er war der Erzbischof von Köln und somit ein extrem hohes Tier neben dem Papst. Damals hatte die Kirche auch noch viel mehr Macht und Einfluss auf das ganze Leben und Sterben der Menschen. Was nun Konrad von Hochstade genau verbrochen hat, wird sich wohl für immer und ewig unserer Kenntnis entziehen. Vielleicht ist das auch besser so, denn seine bildliche Darstellung am Kölner Dom regt unweigerlich die Fantasie eines Jeden an. Behaltet eure Fantasien für euch - ich will sie lieber erst gar nicht wissen.
Ich wünsche allen eine schöne Fasnacht, bleibt sauber und denkt immer dran: Niemals bücken!


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus