Fasnacht steht vor der Tür. Fasnacht die fünfte Jahreszeit oder auch Karneval genannt. Das Wort "Karneval“ leitet sich aus dem lateinischen "Carne vale“ ab, was so viel heisst wie "Fleisch, leb wohl“.
Womit auch jedem klar sein sollte, dass die Fasnacht mit ihren lauten
Guggen und schaurig schönen Masken, den Winter vertreibt und die
sechswöchige Fastenzeit bis Ostern einläutet. Also haut rein.
Während der Fasnacht übernehmen die Narrenzünfte das Zepter. Das
geschieht mit der symbolischen "Schlüsselübergabe“ des Stadtpräsidenten
an den Obernarren. Während der Fasnacht gilt daher auch das "Narrenrecht“.
Das ist ein fantastisches Brauchtum. Denn dann darf sich nämlich das
Volk mittels Masken, Kostümen oder Schnitzelbänken, pointiert, oft
ironisch oder auch in sarkastischer Weise über Ereignisse oder Personen
lustig machen. An der Fasnacht bekommen so einige Persönlichkeiten ihr
Fett weg. Ich empfehle in Solothurn unbedingt das "Höflisingen“ zu besuchen. Lacher sind garantiert.
Die Fasnacht ist ein Ventil und wird in der heutigen Zeit der Überregulierung und des politischen Abstumpfens immer wichtiger.
Früher gab es aber ein fast noch wichtigeres Instrument, es den
Obrigkeiten aus Kirche und Staat, auf eine feine subtile Art und Weise
heimzuzahlen. Leider ist das in der heutigen Zeit völlig in
Vergessenheit geraten und es wäre eventuell wieder an der Zeit diese
Idee aufzunehmen.
Die Rede ist von den Figuren und Statuen an Kirchen und öffentlichen Gebäuden.
Einerseits sind dies die bekannten, symbolhaften Heiligenstatuen und
Engelsfiguren oder auch die Darstellung von Ritter und Ratsherren. Immer
wieder findet man aber auch Dämonenfiguren an den Gebäuden. Die
Dämonenfiguren oder auch „Gargoyles“ genannt, dienten als Wasserspeier.
Diese Wasserspeier wurden oft mit schrecklichen animalischen Körper
dargestellt und sollten das Böse fern halten. Oft wurde aber auch so
einer Kreatur das Anlitz einer lebenden Person verpasst. Dies um es ihr
heimzuzahlen.
Im 13. Jahrhundert lebte Konrad von Hochstade. Er war der Erzbischof
von Köln und somit ein extrem hohes Tier neben dem Papst. Damals hatte
die Kirche auch noch viel mehr Macht und Einfluss auf das ganze Leben
und Sterben der Menschen. Was nun Konrad von Hochstade genau verbrochen
hat, wird sich wohl für immer und ewig unserer Kenntnis entziehen.
Vielleicht ist das auch besser so, denn seine bildliche Darstellung am
Kölner Dom regt unweigerlich die Fantasie eines Jeden an. Behaltet eure
Fantasien für euch - ich will sie lieber erst gar nicht wissen.
Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus
Euer Flaschengeist
Markus

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