Die 40. Herbstmesse Solothurn HESO ist Geschichte. Das Fazit: Rundum zufriedene Menschen und innert 10 Messetagen hat sich ein wohliges „Wir-Gefühl“ eingestellt. Das ist auch ganz wichtig. Denn das verbindende, sich gut anfühlende, zufrieden machende „Wir-Gefühl“ muss ein Jahr lang anhalten. Mindestens aber bis zur nächsten HESO. Dazwischen ist in Solothurn eine lange und harte Durststrecke. Nur wenige Highlights vermögen in dieser Zeit, bei den nach Zerstreuung und Unterhaltung lechzenden Solothurnern, das komplette Abstumpfen zu verhindern.
Mit der Herbstmesse kommt der Herbst - sprich: Gefühlte 6 Monate, Trübsal, Nebel, Kälte und bestenfalls ein angedeuteter Winter. Da wird in Solothurn, der Kulturhauptstadt, nicht mehr viel los sein. Das Höchste der Gefühle wird für erwachsene Menschen die Wahl zwischen Netflix und Swisscom-TV sein. Wir werden wieder zu Zombies mutieren, bis wir uns dieses Kleid entweder an der Fasnacht definitiv überstülpen oder mit dem Frühlingserwachen abstreifen dürfen.
Ja, Solothurn bietet für erwachsene Menschen extrem wenig. Unsere Teenager haben da wenigstens nach das Kofmehl - dem sie mit 18 Jahren zwangsläufig auch entwachsen. An dieser Stelle darf ich natürlich das Oktoberfest Solothurn und die Biertage nicht unerwähnt lassen. Zusammen mit der Fasnacht und der HESO haben diese Events die schier unmögliche Aufgabe das Solothurner Partyleben aufrecht zu erhalten.

Sogar schon Zürich ist auf unser hausgemachtes Problem aufmerksam geworden und schreibt im Tagi: „Mit dem neuen Wirtschafts- und Arbeitsgesetz hat das kantonale Parlament neulich sichergestellt, dass die Solothurner Jugend ihren gesellschaftlichen Lebensmittelpunkt weiterhin nach Basel, Bern oder Zürich verlegen wird“.
Wer keine Lust hat in Basel, Bern oder Zürich sein „Nachleben-Heil“ zu finden, der hat wenigstens noch seine Social-Media Accounts und Netflix. Soll mir einfach niemand kommen und behaupten, dass unsere Jugend selber schuld ist, dass sie abstumpft.
Zu einer attraktiven Stadt, die sich Heimat von namhaften Firmen wie Stryker, Mathys, Synthes, Biogen und Ypsomed nennt, gehört auch ein attraktives Nachtleben und zwar schnell, bevor alle vom Zombie-Virus befallen sind.
Aber Gott sei Dank naht das Oktoberfest Solothurn und gleich danach eine der letzten Parties im Solheure Barracuda - Relight my Fire. Das Solheure muss sich ja dann ab nächstem Jahr auch dem Regime „Lichterlöschen um 00.30 Uhr“ beugen.
Gute Nacht Solothurn - es wird ein langer und harter Winter.
Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist
Markus
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