Freitag, 4. März 2016

Frisör des Vertrauens

Leider muss ich zugeben, dass ich keine Ahnung von der Verteilung der Männlein und Weiblein meiner Newsletter-Leser/innen habe. Es wäre mal (extrem) interessant das herauszufinden. Aber vielleicht bekomm ich ja spätestens nach dem Durchlesen meiner Flaschengeist-Eruption die vernichtende Quittung. Ich werd’s mit Fassung tragen. Also: Kommentare willkommen.
 

Neulich war ich bei meinem Frisör des Vertrauens. Da gehe ich auch echt gerne hin. Toller Salon, tolle Mitarbeiterinnen, toller Service. Bei der Begrüssungsmassage angefangen bis hin zum Kaffee oder Fruchtsaft stimmt einfach alles. Das dort gut ausgebildete Frisösen mit Charme und Witz arbeiten ist selbstredend. Zusammengefasst kann ich sagen, dass ich nicht wüsste, wo ich lieber zum Haare schneiden hinginge.

Wie gesagt, ich gehe echt gerne zu meinem Frisör aber irgendwie fühlt sich das je länger je mehr nicht richtig für mich an. Warum das denn?


Also, in der Schweiz gibt es ca. 15’000 Frisör-Salons mit ca. 30’000 Beschäftigten und weniger als 10% davon sind Männer. Et Voilà: Da haben wir das Dilemma. Natürlich lass ich mich gerne von einer Frisöse verwöhnen, und ja natürlich finde ich zwischen der Vogue, Annabelle und Glückspost auch mal ein Autoheftli. Ich gebe sogar zu, dass ich gerne die Annabelle lese, ich möchte ja die Frauen besser verstehen.  Aber irgendwie… naja, ich weiss auch nicht. Ich gehe ja wirklich gerne zu den Damen. Es liegt definitiv nicht am Salon, in anderen Salons ist es auch nicht anders. Habe schon alles ausprobiert. Die Damen können wirklich nichts dafür. Aber, aber - na gut ich muss es auf den Punkt bringen:

Es hat einfach zuviel Östrogene in einem Frisörsalon! So jetzt ist es raus.

Wie bereits schon erwähnt: Ich gehe gern zu meinem Frisör. Es ist herrlich entspannend, auf einem gediegenen Frisörstuhl zu sitzen und den immer gleichen Diskussionen zu lauschen. Aber ich würde mich nie getrauen, mich in so eine Diskussion einzumischen, ist doch die Frauenquote in einem Frisörsalon erschlagend hoch. Ein falsches Wort von mir, und 5 Minuten später wüsste zumindest die Damenwelt von meinem Sensibilitätsdefizit bei Frauenthemen. Dafür bin ich dann aber nach einer tapfer ertragenen Frisör-Sitzung zertifizierter Profi in Mode-, Kindererziehungs-, Hochzeitsarrangements-, Schönheitsoperationen- und Styling-Fragen. Selbstredend kenne ich mich dann auch bei den neusten Frisuren aus und weiss nebenbei auch gleich noch wer mit wem zusammen ist und wer Schluss gemacht hat. Tolle Sache - aber eben zuviel Österogene.


Nun, ich will nicht jammern. Aber ich hätte da mal eine Frage: Warum gibt es keine Frisörsalons in denen das Verhältnis andersrum ist? Ein Frisörsalon wo stapelweise Playboy- und Penthouse-Hefte rumliegen und Fachliteratur zu Tuningfragen und Hotrods zur Standardlektüre gehören. Warum gibt es keinen Frisörsalon wo ich mich mit anderen Kunden in Online-Games messen kann, auf Monitore alle Fussballzusammenfassungen der vergangenen Woche laufen und aus den Boxen derbe Rockmusik dröhnt. Gerne möchte ich mich mit einem männlichen Frisör über die neusten Gadgets und Apps unterhalten und auch den neusten Klatsch aus dem Singelmarkt austauschen. Warum gibt es das nicht?
 

Nun, vielleicht habt ihr ja Tipps. Aber ich bin mir bewusst, dass sich das nie ändern wird. Gerade so gut kann ich darauf warten, dass die Aare aufwärts fliesst. Deshalb gehe ich auch in Zukunft gerne zu meinen lieben Frisösen. Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch.

Macht was draus, ich kann mich nicht um alles kümmern.


Mit einem verzerrten Blick aus meiner kleinen Flasche
Euer Flaschengeist

Markus

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